Demokratie für Alle! Eine inklusive Veranstaltungsreihe zu Beteiligung, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit

Lesedauer: 3 Minuten

In unserer Veranstaltungsreihe laden wir zu verschiedenen inklusiven Veranstaltungsformaten ein. Wir thematisieren strukturelle und alltägliche Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit Behinderung und weisen auf aktuelle Gefahren hin, blicken aber auch auf erkämpfte Erfolge der Behindertenrechtsbewegung und sprechen über körperliche Selbstbestimmung, Sexualität und Familienplanung. 

Der Titel der Veranstaltungsreihe in hellgrün auf lila-Hintergrund mit einem Stern daneben

Sachsen-Anhalt ist bundesweites Schlusslicht bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen sowohl in der Schule als auch auf dem Arbeitsmarkt. Nirgendwo in Deutschland werden mehr Kinder und Jugendliche an Förderschulen unterrichtet. Nur 43 Prozent aller Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine Regelschule – genauso wenige wie vor zehn Jahren. Die Zahl der inklusiv beschulten Kinder ist zuletzt sogar zurückgegangen. Von 18 Grundschulen mit dem Gütesiegel „Schule mit inklusivem Schulkonzept“ haben neun die Zertifizierung wieder abgegeben – wegen Personalmangels und unklarer Zukunft.

Dramatischer Einschnitt steht bevor

Die strukturelle und alltägliche Diskriminierung ist für viele Menschen mit Behinderungen in Sachsen-Anhalt also bereits jetzt Realität. Doch jetzt droht ein dramatischer Einschnitt:  In ihrem Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt bezeichnet die rechtsextreme Partei AfD die Inklusion als „gescheitertes Experiment, das beendet werden muss“. Konkret fordert sie, dass Kinder mit Behinderung künftig nur noch an Förderschulen unterrichtet werden sollen. Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung soll an Regelschulen nicht mehr stattfinden. Begründet wird diese Ablehnung damit, dass Inklusion den Unterricht für alle Kinder verschlechtere und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler hemme - und das obwohl Studien zeigen, dass gemeinsames Lernen für alle Kinder vorteilhaft ist – sowohl kognitiv als auch für die soziale Entwicklung.

Rückschritte und Gefahren für Menschen mit Behinderungen

Die behindertenpolitische Haltung der AfD ist Teil eines umfassenderen Weltbilds, das der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch einstuft. Die Ablehnung von Inklusion fügt sich in eine Ideologie, die Vielfalt als Bedrohung begreift und Menschen nach ihrer vermeintlichen Leistungsfähigkeit einteilt. Das Institut für Menschenrechte spricht deshalb in seiner Analyse von der AfD als einer Partei, für die eine Gefahr für Menschen mit Behinderungen ausgehe. 

Gleichzeitig plant die Bundesregierung Kürzungen im Umfang von über 8,6 Milliarden Euro, darunter Einschnitte bei der Schulbegleitung, beim Wunsch- und Wahlrecht in der Eingliederungshilfe und bei den Vermögensfreigrenzen. Sozialverbände warnen vor einer Politik, die Ausgrenzung statt Teilhabe befördert und die gegen die geltende UN-Behindertenrechtskonvention verstößt. Inklusion wird dabei immer wieder – auch ganz ohne Zutun einer rechtsextremen Partei - als Kostenfaktor dargestellt, obwohl sie ein Menschenrecht ist.

Genau hier setzt unsere inklusive Veranstaltungsreihe „Demokratie für Alle!“ an.

Wir und der Klippel-Feil-Syndrom – Inklusion von Menschen mit Behinderung und Benachteiligung e.V. , das Kompetenzzentrum Inklusive Bildung Sachsen-Anhalt und die HALLIANZ für Vielfalt realisieren gemeinsam 2026 – 2028 eine landesweit einzigartige barrierearme Veranstaltungsreihe – mit Vorträgen, Workshops, Lesungen, Filmgesprächen oder Theaterformaten zu politischer Mitbestimmung, körperlicher Selbstbestimmung sowie kultureller und ökologischer Teilhabe. 

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, dem Klippel-Feil-Syndrom – Inklusion von Menschen mit Behinderung und Benachteiligung e.V., dem Kompetenzzentrum Inklusive Bildung Sachsen-Anhalt und der HALLIANZ für Vielfalt und wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung und von Lotto Sachsen-Anhalt.

Die Themen der Veranstaltungsreihe reichen von „Was rechte und rechtsextreme Ideologien für Menschen mit Behinderungen bedeuten“, über die erkämpften Erfolge der Behindertenrechtsbewegung bis hin zu körperlicher Selbstbestimmung, Sexualität und Familienplanung mit Behinderung.

Termine:

14.11.2026 | 15:00 Uhr | Halle (Saale)
Inklusion unter Druck. Was rechte und rechtsextreme Ideologien für Menschen mit Behinderungen bedeuten
Mehr Informationen (auch in leichterer Sprache) finden sich hier.

 

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