Hannes Heer: Mein 68

Hannes Heer, Jahrgang 1941, führt in die Geschichte der Revolte in zweifacher Weise ein – mit einem Vortrag und einem Film: „Mein 68. Ein verspäteter Brief an meinen Vater“ versucht eine im Leben gescheiterte und nur filmisch mögliche argumentative Auseinandersetzung des Autors mit seinem Vater. Dieser, früher NSDAP-Mitglied und nach dem Krieg CDU-Wähler, reagierte auf den politischen Aufbruch der damaligen Studentengeneration und seines eigenen Sohnes mit hasserfülltem Unverständnis und brach 1968 alle Brücken zu ihm ab.

Politik und Psychodelic

Das Jahr 1968 war weltweit ein Aufbruch in vehementer Ablehnung der Verhältnisse, die sich schnell auch in den Ländern des Warschauer Pakts etablierte. Deren „Love, Peace & Happiness“ wurde schnell zur Provokation, auf die repressiv reagiert wurde. Aber die Saat der Subkultur konnte nicht komplett unterdrückt werden, zumal das System sich im Widerspruch bewegte, den antikapitalistischen Jugend-Bewegungen des Westens wie der Dritten Welt aufgeschlossen gegenüber wirken zu wollen.

Keine Ruhe nach dem Sturm

Lebendig und mitreißend erzählt Ulrike Heider 50 Jahre ihrer persönlichen Geschichte als spannungsreiche Zeitgeschichte. Den politischen und kulturellen Aufbruch der späten 1960er Jahre erlebte die Autorin als befreiend. In ihrem jüngst bei Bertz+Fischer veröffentlichten Buch beschreibt sie Höhepunkte, Kriminalisierung und Zerfallserscheinungen der antiautoritären Protestbewegung.

Die Stasi swingt nicht

Siegfried Schmidt-Joos war nicht nur zehn Jahre Kulturredakteur beim „Spiegel“, sondern leitete schon als Student in Halle eine Jazz-Arbeitsgemeinschaft in der FDJ. Sein packender Bericht über den Kalten Krieg mit der swingenden Musik sowie über die Rezeption des Jazz in zwei deutschen Diktaturen und in der frühen Bundesrepublik vermittelt erstaunliche Einblicke in die gesellschaftlichen Zustände jener Zeit. Mit Live-Jazz Musik!

Justiz im Nationalsozialismus

Die Wanderausstellung „Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“ dokumentiert die Rolle der deutschen Justiz in den Jahren 1933 bis 1945. Dabei greift sie jeweils eine Vielzahl regionaler und lokaler Aspekte in Sachsen-Anhalt auf und setzt sich damit intensiv mit der nationalsozialistischen Justizgeschichte in unserem Bundesland auseinander.

„…schon fünf Jahre, oder noch länger lebst du in dieser Wüste…“

Im Winter 1942/ 43, während Sophie Scholl mit den Aktionen der „Weißen Rose“ das nationalsozialistische Regime bekämpfte, war der Wehrmachtsoffizier Fritz Hartnagel im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. In dieser Zeit wechselten die beiden Briefe, die einerseits ihre tiefe ernsthafte Liebesbeziehung widerspiegeln, andererseits ihre weltanschauliche und politische Entwicklung während der Ereignisse zwischen 1937 und 1943. Lesung mit Julia Raab und Martin Kreusch im Rahmen der Bildungswochen gegen Rassismus 2018.

„…schon fünf Jahre, oder noch länger lebst du in dieser Wüste…“

Im Winter 1942/ 43, während Sophie Scholl mit den Aktionen der „Weißen Rose“ das nationalsozialistische Regime bekämpfte, war der Wehrmachtsoffizier Fritz Hartnagel im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. In dieser Zeit wechselten die beiden Briefe, die einerseits ihre tiefe ernsthafte Liebesbeziehung widerspiegeln, andererseits ihre weltanschauliche und politische Entwicklung während der Ereignisse zwischen 1937 und 1943. Lesung mit Julia Raab und Martin Kreusch im Rahmen der Bildungswochen gegen Rassismus 2018.

Mod Helmy

Die meisten Menschen in Nazi-Deutschland reagierten gleichgültig auf die Judenverfolgung, viele nahmen aktiv daran teil. Nur 600 von ihnen wurden von Yad Vashem als Judenretter geehrt und ein einziger war ein Araber. Der Journalist und Autor Igal Avidan zeichnet in seinem Buch die Geschichte von Mohamed (Mod) Helmy nach, der in Berlin jüdische Menschen vor den Nazis rettete.

Der Wassermann

Sandra Prechtel portraitiert im Buch „Der Wassermann“ Ralf Steeg als ökologisch engagierten Vorreiter für eine saubere Spree in Berlin, der auch bei Rückschlägen nicht aufgibt. Das mag auch an seiner erschütternden Lebensgeschichte liegen. Denn Steeg versuchte als 15jähriger, nach einem abgelehnten Ausreiseantrag seiner Eltern, aus der DDR zu flüchten und wurde gefasst. Nach der Buchvorstellung stehen Ralf Steeg und die Autorin Sandra Prechtel für ein Gespräch zur Verfügung.