Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR

„UFERFRAUEN“ ist ein Dokumentarfilm, der die Lebensgeschichten von sechs lesbischen Frauen nachzeichnet und portraitiert, wie diese in der DDR – in der Stadt und auf dem Land – gleichgeschlechtlich liebten und lebten. Diese sechs ganz unterschiedlichen Biografien stehen exemplarisch für die bisher unerzählte lesbische Geschichte in der Spannweite von innigen Liebesgeschichten bis hin zu staatlicher Unterdrückung. Mit anschließendem Filmgespräch mit Regisseurin und Protagonistinnen.

Vergessene Opfer des Nationalsozialismus

Mehr als 70.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 von Nationalsozialist*innen zu sogenannten “Asoziale” oder “Berufsverbrecher” erklärt. Sie wurden verfolgt, entrechtet und in Konzentrationslager gesperrt. Erst im Februar 2020 wurden diese Menschen vom deutschen Bundestag als Opfergruppen des Nationalsozialismus anerkannt. Mit der Lesung “Du hattest es besser als ich – Zwei Brüder im 20. Jahrhundert” und anschließendem Gespräch mit Frank Nonnenmacher und Dr. Ute Hoffmann (Euthanasie Gedenkstätte Bernburg), unter der Moderation von Pascal Begrich (Miteinander e.V. Magdeburg) beleuchten wir die Geschichte der Opfer und fragen nach den Gründen, warum diese Opfergruppen bis heute im kollektiven Gedächtnis nicht präsent sind.

ABGESAGT: “…im Frühling hat man keine Lust zu sterben…”

Krystina, Johanna, Hildegard. Sechs Stunden blieben ihnen, um zu wählen, was noch zu sagen ist und wem. Sechs Stunden bis zum sicheren Tod, kühl und professionell organisiert in Nazideutschland. Im szenischen Arrangement von Sandra Bringer lässt Figurenspielerin Julia Raab einige der 43 Frauen, die während der Nazi-Diktatur im Halleschen „Roten Ochsen“ durch das Fallbeil starben, zu Wort kommen. Durch Mittel des Objekt- und Figurentheaters werden die schockierenden Dokumente der Unmenschlichkeit und die in diesem Zusammenhang entstandenen letzten Briefe der Frauen in einen ergreifenden Dialog gesetzt.

Umkämpfte Zone – Lesung mit Ines Geipel

Seit 2015 haben sich die politischen Koordinaten unseres Landes stark verändert – insbesondere im Osten Deutschlands. Was hat die breite Zustimmung zu Pegida, AfD und rechtsextremem Gedankengut möglich gemacht? Ines Geipel folgt den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten, Lügen und seinem Angstsystem, das alles ideologisch Unpassende harsch attackierte.

Es gibt Zeiten, in denen man welkt

Unter dem Titel „Mein Leben in Deutschland“ fordert 1939 ein Preisausschreiben Emigranten rundum den Globus dazu auf, über ihr Leben in Deutschland zu berichten. Unter den Einsendungen befand sich die Autobiografie Käthe Vordtriedes (1891-1964), der im gleichen Jahr nur knapp die Flucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die Schweiz gelang. In einer berührenden szenischen Lesung stellt Julia Raab Eindrücke ihres bewegten Lebens vor. Musikalisch begleitet wird die Lesung von der Bremer Band Die Grenzgänger, die mit ihren Interpretationen längst vergessene Volkslieder auf unnachahmliche Art und Weise hörbar und erlebbar machen. Im Anschluss an die Lesung geben Sie ein Konzert ihrer neuvertonten Lagerlieder.

30 Jahre Friedliche Revolution – Das freiheitlich-demokratische Erbe leben

Vor 30 Jahre folgten viele Menschen ihrem Traum von politischer Freiheit und gingen friedlich für ein demokratisches Land auf die Straße. Die Parolen „keine Gewalt“, „Offen für alle“ und „Schwerter zu Pflugscharen“ verdeutlichen die humanen Werte, von denen die Friedliche Revolution getragen wurde. Wie erlebten damals aktive Bürgerrechtlerinnen diese Zeit des Übergangs und des Wandels? Gemeinsam mit der damaligen Zeitzer Gemeindepädagogin Martina Franke, mit der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen Birgit Neumann-Becker und Dr. Ellen Überschär (Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung) wollen wir einen Blick zurück werfen, aber auch die Gegenwart und Zukunft in den Blick nehmen.

Wir bitten nicht länger um Erlaubnis

Auftakt zur Aktionstagung: Film und Filmgespräch zu Piratenradios in der BRD und DDR.
Am Bodensee ertönte „Radio Wellenbrecher“, in Offenburg „Radio Paranoia“, in Regensburg „Radio Freie Schnauze“, in Hamburg „Radio Hafenstraße“, in Köln „Radio Wahnsinn“ und in Göttingen „Radio Pflasterstein“. Auch in der BRD entstanden Ende der 70er Jahre illegale Piratensender, die selten länger als 30 Minuten pro Aktion und aus Protest gegen Umweltzerstörung, Atomkraftwerke oder Wohnraumnot via UKW agitieren. Sie wurden von Polizei und Bundespost verfolgt – wir sprechen mit früheren Aktivist*innen in der BRD und DDR.

Ausstellungseröffnung in Eisleben: Justiz im Nationalsozialismus

Am 12. September, 14:00 Uhr wird die Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus. Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“ im Amtsgericht Eisleben eröffnet. Die Ausstellung führt den Besuchern vor Augen, zu welchen Exzessen die Justiz in einem totalitären System fähig sein kann.