“…im Frühling hat man keine Lust zu sterben…”

Krystina, Johanna, Hildegard. Sechs Stunden blieben ihnen, um zu wählen, was noch zu sagen ist und wem. Sechs Stunden bis zum sicheren Tod, kühl und professionell organisiert in Nazideutschland. Im szenischen Arrangement von Sandra Bringer lässt Figurenspielerin Julia Raab einige der 43 Frauen, die während der Nazi-Diktatur im Halleschen „Roten Ochsen“ durch das Fallbeil starben, zu Wort kommen. Durch Mittel des Objekt- und Figurentheaters werden die schockierenden Dokumente der Unmenschlichkeit und die in diesem Zusammenhang entstandenen letzten Briefe der Frauen in einen ergreifenden Dialog gesetzt.

Umkämpfte Zone – Lesung mit Ines Geipel

Seit 2015 haben sich die politischen Koordinaten unseres Landes stark verändert – insbesondere im Osten Deutschlands. Was hat die breite Zustimmung zu Pegida, AfD und rechtsextremem Gedankengut möglich gemacht? Ines Geipel folgt den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten, Lügen und seinem Angstsystem, das alles ideologisch Unpassende harsch attackierte.

Es gibt Zeiten, in denen man welkt

Unter dem Titel „Mein Leben in Deutschland“ fordert 1939 ein Preisausschreiben Emigranten rundum den Globus dazu auf, über ihr Leben in Deutschland zu berichten. Unter den Einsendungen befand sich die Autobiografie Käthe Vordtriedes (1891-1964), der im gleichen Jahr nur knapp die Flucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die Schweiz gelang. In einer berührenden szenischen Lesung stellt Julia Raab Eindrücke ihres bewegten Lebens vor. Musikalisch begleitet wird die Lesung von der Bremer Band Die Grenzgänger, die mit ihren Interpretationen längst vergessene Volkslieder auf unnachahmliche Art und Weise hörbar und erlebbar machen. Im Anschluss an die Lesung geben Sie ein Konzert ihrer neuvertonten Lagerlieder.

30 Jahre Friedliche Revolution – Das freiheitlich-demokratische Erbe leben

Vor 30 Jahre folgten viele Menschen ihrem Traum von politischer Freiheit und gingen friedlich für ein demokratisches Land auf die Straße. Die Parolen „keine Gewalt“, „Offen für alle“ und „Schwerter zu Pflugscharen“ verdeutlichen die humanen Werte, von denen die Friedliche Revolution getragen wurde. Wie erlebten damals aktive Bürgerrechtlerinnen diese Zeit des Übergangs und des Wandels? Gemeinsam mit der damaligen Zeitzer Gemeindepädagogin Martina Franke, mit der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen Birgit Neumann-Becker und Dr. Ellen Überschär (Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung) wollen wir einen Blick zurück werfen, aber auch die Gegenwart und Zukunft in den Blick nehmen.

Wir bitten nicht länger um Erlaubnis

Auftakt zur Aktionstagung: Film und Filmgespräch zu Piratenradios in der BRD und DDR.
Am Bodensee ertönte „Radio Wellenbrecher“, in Offenburg „Radio Paranoia“, in Regensburg „Radio Freie Schnauze“, in Hamburg „Radio Hafenstraße“, in Köln „Radio Wahnsinn“ und in Göttingen „Radio Pflasterstein“. Auch in der BRD entstanden Ende der 70er Jahre illegale Piratensender, die selten länger als 30 Minuten pro Aktion und aus Protest gegen Umweltzerstörung, Atomkraftwerke oder Wohnraumnot via UKW agitieren. Sie wurden von Polizei und Bundespost verfolgt – wir sprechen mit früheren Aktivist*innen in der BRD und DDR.

Ausstellungseröffnung in Eisleben: Justiz im Nationalsozialismus

Am 12. September, 14:00 Uhr wird die Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus. Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“ im Amtsgericht Eisleben eröffnet. Die Ausstellung führt den Besuchern vor Augen, zu welchen Exzessen die Justiz in einem totalitären System fähig sein kann.

Die doppelte Mauer – Rassismus zur Zeit der DDR bis heute

„Die doppelte Mauer“ bezeichnet nach Paulino Miguel neben der Grenzmauer zwischen West- und Ostdeutschland zudem die Erfahrung des Abgeschottetseins von Migrant*innen und PoCs in der Gesellschaft der ehemaligen DDR. Dabei sollen die Kontinuitäten von strukturellem sowie personellem Rassismus und Neonazismus seit Gründung der DDR bis hin zu aktuellen Verhältnissen aufgezeigt werden.
Im Podiumsgespräch mit Paulino Miguel und Antonio Jaime, ehemaligen Schülern der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt sowie Ibraimo Alberto, einem ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter, wollen wir zum einen über ihre Erfahrungen und Erinnerungen an die ehemalige DDR sowie über ihre Wahrnehmung der „Doppelten Mauer“ und der gesellschaftlichen Verhältnisse reden.

Einladung zum Geschichts-Kaffee – Zonengrenze Wahrenberg an der Elbe

Die Elbe im schönen Storchendorf Wahrenberg ist ein malerischer Anblick – bis vor 30 Jahren war sie jedoch eine oft tödliche Zonengrenze. Heute zieht sich entlang des innerdeutschen Sperrgebiets der größte Biotop-Verbund Deutschlands, das Grüne Band, das Gedenkorte und Naturerlebnisse, aber auch Menschen miteinander verbindet.
Wie lebte es sich direkt an der Zonengrenze? Wir laden Sie herzlich auf einen “Geschichts-Kaffee” und zum Austausch mit Zeitzeug*innen aus der Region ein!

30 Jahre Grünes Band – Perspektiven für die Region Altmark

Das grüne Band ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Region Altmark in Sachsen-Anhalt wollen wir diskutieren, wie das Potential des Grünen Bandes für die Region genutzt und weiterentwickelt werden kann.