Niedergeschlagene Hoffnung – Der Blick nach Prag und in die DDR

Das Jahr 1968 war nicht nur in den USA und Westeuropa das Jahr großer Hoffnungen auf Revolution und Umbruch. Auch in der damaligen Tschechowslowakei gab es Liberalisierungs- und Demokratisierungsbestrebungen, die unter dem Begriff „Prager Frühling“ in die Geschichte des Jahres 1968 eingingen. In unserer Veranstaltung mit dem Prager Historiker Jan Šícha und dem Zeitzeugen und Bürgerrechtler Wolfram Tschiche, der 1968 selbst gegen den Einmarsch der Warschauer Pakt Truppen protestierte und später im Gefängnis ROTER OCHSE aus politischen Gründen inhaftiert wurde, spricht Doris Liebermann über diese aufregende Zeit, die Handlungspielräume der Einzelnen und über die Frage, ob 1989 die versäumte Revolution von 1968 nachgeholt wurde.

Hannes Heer: Mein 68

Hannes Heer, Jahrgang 1941, führt in die Geschichte der Revolte in zweifacher Weise ein – mit einem Vortrag und einem Film: „Mein 68. Ein verspäteter Brief an meinen Vater“ versucht eine im Leben gescheiterte und nur filmisch mögliche argumentative Auseinandersetzung des Autors mit seinem Vater. Dieser, früher NSDAP-Mitglied und nach dem Krieg CDU-Wähler, reagierte auf den politischen Aufbruch der damaligen Studentengeneration und seines eigenen Sohnes mit hasserfülltem Unverständnis und brach 1968 alle Brücken zu ihm ab.

Politik und Psychodelic

Das Jahr 1968 war weltweit ein Aufbruch in vehementer Ablehnung der Verhältnisse, die sich schnell auch in den Ländern des Warschauer Pakts etablierte. Deren „Love, Peace & Happiness“ wurde schnell zur Provokation, auf die repressiv reagiert wurde. Aber die Saat der Subkultur konnte nicht komplett unterdrückt werden, zumal das System sich im Widerspruch bewegte, den antikapitalistischen Jugend-Bewegungen des Westens wie der Dritten Welt aufgeschlossen gegenüber wirken zu wollen.

Keine Ruhe nach dem Sturm

Lebendig und mitreißend erzählt Ulrike Heider 50 Jahre ihrer persönlichen Geschichte als spannungsreiche Zeitgeschichte. Den politischen und kulturellen Aufbruch der späten 1960er Jahre erlebte die Autorin als befreiend. In ihrem jüngst bei Bertz+Fischer veröffentlichten Buch beschreibt sie Höhepunkte, Kriminalisierung und Zerfallserscheinungen der antiautoritären Protestbewegung.

The Green Lie | Halle

Ob Thunfisch, dicke Autos, Palmöl, oder Kohlekraft – alles was bislang schädlich war, gibt es nun auch „nachhaltig“. Der neue Dokumentarfilm von Werner Boote deckt dreiste Lügen und Greenwashing-Strategien großer Konzerne auf.

The Green Lie | Magdeburg

Ob Thunfisch, dicke Autos, Palmöl, oder Kohlekraft – alles was bislang schädlich war, gibt es nun auch „nachhaltig“. Der neue Dokumentarfilm von Werner Boote deckt dreiste Lügen und Greenwashing-Strategien großer Konzerne auf.

Mod Helmy

Die meisten Menschen in Nazi-Deutschland reagierten gleichgültig auf die Judenverfolgung, viele nahmen aktiv daran teil. Nur 600 von ihnen wurden von Yad Vashem als Judenretter geehrt und ein einziger war ein Araber. Der Journalist und Autor Igal Avidan zeichnet in seinem Buch die Geschichte von Mohamed (Mod) Helmy nach, der in Berlin jüdische Menschen vor den Nazis rettete.

Tigris Rebellen

Wie das berühmte “letzte gallische Dorf”, leisteten die Bewohner des kurdischen Dorfes Schkefta, 30 km südlich der Provinzstadt Batman, jahrzehntelang Widerstand gegen die grausame Unterdrückung des Großgrundbesitzers und des türkischen Militärs. Mit Stationen u.a. in einem irakisch-kurdischen Flüchtlingslager und dem damals umkämpften Kobane erzählt dieser Film die Geschichte von einfachen Menschen, die darauf bestehen – wie der Dichter sagt – zu “Leben! Frei und einzeln wie ein Baum, brüderlich wie ein Wald.” Filmgespräch mit Regisseur Nedim Hazar.

Gespräche mit Oppositionellen

Mit Doris Liebermann sprechen wir über ihr neues Buch „Gespräche mit Oppositionellen, das Einsichten in die grausamen Funktionsweisen des autoritären Systems der DDR schenkt, aber auch die solidarische Widerstandskraft der oppositionellen Kräfte mit ihrer „Lust auf ein selbstbestimmtes Leben, auf Nicht-Angepasstsein, auf ein Sich-Einmischen“ zeigt** (Katja Havemann über Bärbel Bohley).

Selbstbestimmung und das Recht auf Abtreibung

In den letzten Jahren wird wieder vermehrt über Abtreibung und Selbstbestimmung diskutiert. Rechtsextreme, religiöse Gruppen und zuweilen auch linke und feministische Gruppen streiten über das Mittel des Schwangerschaftsabbruchs sowie über „zulässige“ und „unzulässige“ Gründe. Eine Sexualwissenschaftlerin gibt einen Einblick in aktuelle Debatten und lädt zum Austausch ein.