30 Jahre Friedliche Revolution – Das freiheitlich-demokratische Erbe leben

Vor 30 Jahre folgten viele Menschen ihrem Traum von politischer Freiheit und gingen friedlich für ein demokratisches Land auf die Straße. Die Parolen „keine Gewalt“, „Offen für alle“ und „Schwerter zu Pflugscharen“ verdeutlichen die humanen Werte, von denen die Friedliche Revolution getragen wurde. Wie erlebten damals aktive Bürgerrechtlerinnen diese Zeit des Übergangs und des Wandels? Gemeinsam mit der damaligen Zeitzer Gemeindepädagogin Martina Franke, mit der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen Birgit Neumann-Becker und Dr. Ellen Überschär (Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung) wollen wir einen Blick zurück werfen, aber auch die Gegenwart und Zukunft in den Blick nehmen.

Wir bitten nicht länger um Erlaubnis

Auftakt zur Aktionstagung: Film und Filmgespräch zu Piratenradios in der BRD und DDR.
Am Bodensee ertönte „Radio Wellenbrecher“, in Offenburg „Radio Paranoia“, in Regensburg „Radio Freie Schnauze“, in Hamburg „Radio Hafenstraße“, in Köln „Radio Wahnsinn“ und in Göttingen „Radio Pflasterstein“. Auch in der BRD entstanden Ende der 70er Jahre illegale Piratensender, die selten länger als 30 Minuten pro Aktion und aus Protest gegen Umweltzerstörung, Atomkraftwerke oder Wohnraumnot via UKW agitieren. Sie wurden von Polizei und Bundespost verfolgt – wir sprechen mit früheren Aktivist*innen in der BRD und DDR.

Die doppelte Mauer – Rassismus zur Zeit der DDR bis heute

„Die doppelte Mauer“ bezeichnet nach Paulino Miguel neben der Grenzmauer zwischen West- und Ostdeutschland zudem die Erfahrung des Abgeschottetseins von Migrant*innen und PoCs in der Gesellschaft der ehemaligen DDR. Dabei sollen die Kontinuitäten von strukturellem sowie personellem Rassismus und Neonazismus seit Gründung der DDR bis hin zu aktuellen Verhältnissen aufgezeigt werden.
Im Podiumsgespräch mit Paulino Miguel und Antonio Jaime, ehemaligen Schülern der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt sowie Ibraimo Alberto, einem ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter, wollen wir zum einen über ihre Erfahrungen und Erinnerungen an die ehemalige DDR sowie über ihre Wahrnehmung der „Doppelten Mauer“ und der gesellschaftlichen Verhältnisse reden.

Einladung zum Geschichts-Kaffee – Zonengrenze Wahrenberg an der Elbe

Die Elbe im schönen Storchendorf Wahrenberg ist ein malerischer Anblick – bis vor 30 Jahren war sie jedoch eine oft tödliche Zonengrenze. Heute zieht sich entlang des innerdeutschen Sperrgebiets der größte Biotop-Verbund Deutschlands, das Grüne Band, das Gedenkorte und Naturerlebnisse, aber auch Menschen miteinander verbindet.
Wie lebte es sich direkt an der Zonengrenze? Wir laden Sie herzlich auf einen “Geschichts-Kaffee” und zum Austausch mit Zeitzeug*innen aus der Region ein!

30 Jahre Grünes Band – Perspektiven für die Region Altmark

Das grüne Band ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Region Altmark in Sachsen-Anhalt wollen wir diskutieren, wie das Potential des Grünen Bandes für die Region genutzt und weiterentwickelt werden kann.

Exkursion: GRENZ(Erfahrungen) – Unterwegs am Grünen Band

Exkursion für junge Menschen (18-27 Jahre): 30 Jahre nach dem Mauerfall wollen wir das Grüne Band vor Ort gemeinsam erkunden. Wir wollen eintauchen in Geschichte und Natur, mit Zeitzeug*innen sprechen und uns austauschen über das Leben an einem solchen Grenzstreifen. Wir wollen über Grenzen sprechen, damals und heute – wie sie unser Leben und unsere Gesellschaft prägen und wie wir Grenzen überwinden können.

Wer wir sind – Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein

30 Jahre nach der friedlichen Revolution steht die Frage wieder groß im Raum. Wer sind diese Ostdeutschen? Mit der Journalistin und Autorin Jana Hensel (u.a. „Zonenkinder“) und dem Publizisten Wolfgang Engler stellen sich zwei herausragende Stimmen des Ostens in einem Streitgespräch jenseits von Vorurteilen und Klischees der Frage nach der ostdeutschen Erfahrung.

Comrade, where are you today?

In den 80ern zog Kirsi Marie Liimatainen in die DDR, um zu studieren. In ihrer finnischen Heimatstadt Tampere hatte sie Häuser besetzt, jetzt trifft sie auf Gleichgesinnte aus über achtzig Ländern. Sie sind Befreiungskämpfer oder linke Aktivist*innen – vereint in ihrer Hoffnung auf eine bessere Welt. Kurz nach Ende des Studienjahrs ist die DDR Vergangenheit. Beinahe 30 Jahre danach sucht Liimatainen ihre einstigen Kommilitonen. Im Anschluss: Filmgespräch mit der Regisseurin.

Politik und Psychodelic

Das Jahr 1968 war weltweit ein Aufbruch in vehementer Ablehnung der Verhältnisse, die sich schnell auch in den Ländern des Warschauer Pakts etablierte. Deren „Love, Peace & Happiness“ wurde schnell zur Provokation, auf die repressiv reagiert wurde. Aber die Saat der Subkultur konnte nicht komplett unterdrückt werden, zumal das System sich im Widerspruch bewegte, den antikapitalistischen Jugend-Bewegungen des Westens wie der Dritten Welt aufgeschlossen gegenüber wirken zu wollen.