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Zeitz: Justiz im NS

28. August | 8:00 - 19. Oktober | 17:00

JUSTIZ IM NATIONALSOZIALISMUS
Ausstellung

Die Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“ dokumentiert die Rolle der deutschen Justiz in den Jahren 1933 bis 1945. Sie nennt die Namen von Tätern und Opfern, sie präsentiert Biografien des aktiven Mitwirkens an staatlichen Verbrechen ebenso wie Schicksale von Frauen und Männern als Objekte staatlicher Gewalt. Dabei greift die Wanderausstellung jeweils eine Vielzahl regionaler und lokaler Aspekte in Sachsen-Anhalt auf und setzt sich damit intensiv mit der nationalsozialistischen Justizgeschichte in unserem Bundesland auseinander.

Der letzte Teil der Ausstellung zeigt exemplarisch den Umgang der Nachkriegsjustiz mit den Verbrechen deutscher Richter und Staatsanwälte.

Es spricht für sich, dass der Bundesgerichtshof erst 1995 – also ein halbes Jahrhundert später – die NS-Justiz als „Blutjustiz“ charakterisierte und selbstkritisch offen bekannte, dass die Verbrechen deutscher Richter und Staatsanwälte im Nationalsozialismus nicht aufgearbeitet wurden.

Auf Grund des großen Interesses wird die Präsentation bis einschließlich Freitag, 19. Oktober 2018 verlängert. Damit haben vor allem die Schulen in Zeitz und Umgebung Gelegenheit, die erste Woche nach den Herbstferien zu nutzen, die Ausstellung noch zu besuchen und sich dort von jungen Leuten aus dem Geschwister-Scholl-Gymnasium einführen und begleiten zu lassen.
Voranmeldungen sind unter 03441 6600 und ag-zz@justiz.sachsen-anhalt.de möglich.

Etwa 40 Tafeln dokumentieren die Tätigkeit von Sondergerichten, dem Volksgerichtshof, Erbgesundheitsgerichten und Strafgerichten der Wehrmacht. Drei neu in die Ausstellung integrierte Flächen zeigen die Justizbehörden in Zeitz während der NS-Diktatur und Strafverfahren des Kammergerichts Berlin sowie des Sondergerichts Halle gegen Beschuldigte aus Zeitz und Umgebung. Am Beispiel des am Bergamt Zeitz tätigen Max Timmel wird dargestellt, wie tödlich diese Justiz sein konnte. Timmel hatte an seinem Arbeitsplatz einen Brief eines seiner Söhne vorgelesen, der an der Ostfront diente und die Kriegssituation außerordentlich kritisch darstellte. Vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt wurde der 52-Jährige am 8. Mai 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil hingerichtet.

Die Ausstellung ist im Amtsgericht jeweils Montag bis Donnerstag, 9 bis 12 Uhr, Dienstag zusätzlich 14 bis 17 Uhr zu besichtigen.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit dem Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Landeszentrale für politische Bildung.

Details

Beginn:
28. August | 8:00
Ende:
19. Oktober | 17:00

Veranstaltungsort

Amtsgericht Zeitz
Herzog-Moritz-Pl. 1
Zeitz,