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AUSGEBUCHT Was ist das für 1 Männlichkeit? | Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern

29. September | 11:00 - 18:00

Was ist das für 1 Männlichkeit?
Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern

Nachdem in deutschen Feuilletons viele Jahre von der „Krise des weißen Mannes“ die Rede war, wurden Debatten rund um Männlichkeiten nach der Silvesternacht in Köln von rassifizierenden Erzählungen sexuell enthemmter Geflüchteter, also vom Bild des nicht-weißen Triebtäters abgelöst. Feministische Debatten zu Sexismus in der deutschen Gesellschaft oder im politischen Betrieb werden hingegen immer noch als „Tugendfuror“ abgetan. Zwar wurde nach „Köln“ eine Verschärfung des Sexualstrafrechts möglich, doch kam dies mit dem Preis einer begleitenden Verschärfung des Asylrechts. Eine sachliche Debatte über Geschlechterverhältnisse und Männlichkeiten ist nach wie vor nicht in Sicht, aber weiterhin nötig.

Auf der Tagung analysieren wir, welche Selbst- und Fremdbilder von Männlichkeit existieren. Wie prägt Rassismus Bilder von Männlichkeit? Welche Geschlechterbilder und –konstrukte werden durch rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen propagiert? Wie kommen wir in Zeiten antifeministischen Gegenwindes voran auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft? Welche Positivbeispiele von Männlichkeiten gibt es?

Freitag | 29. September 2017
11:00 bis 18:00 Uhr
Halle (Saale)

Das Programm finden Sie am Ende des Beitrags.

 


Teilnahme:
Eine Mailanmeldung ist erforderlich. Der Eintritt beträgt 30€ (ermäßigt 15€ für Studierende, ALG-II-Empfangende, Rentner*innen). Die Zahlungsmodalitäten erhalten Sie in der Anmeldebestätigung.

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich bis zum 11. September 2017 per E-Mail an: anmeldung@boell-sachsen-anhalt.de und nennen Sie uns: Name, Vorname, Wohnort, derzeitige Tätigkeit bzw. Institutionszugehörigkeit, Workshop-Wunsch.

Zielgruppe:
Die Tagung richtet sich an eine breite, bundesweite Öffentlichkeit, an Studierende, Vertreter*innen aus dem Bildungsbereich, politisch Aktive und natürlich Menschen mit Interesse an Themen zu Geschlechtergerechtigkeit.


Programm:

11:00 Uhr
Ankommen

11:20 Uhr
Begrüßung | Henning von Bargen (Gunda-Werner-Institut) und Daniela Zocholl (Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt)

11:30 Uhr
Impulsreferat Selbstbild:
Die ‚1 Männlichkeit‘: Eindeutig uneindeutig! Zur Konstruktion von Männlichkeitsbildern
Dr. phil. Andreas Heilmann (Institut für Soziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena)

12:00 Uhr
Impulsreferat Fremdbild:
Rassifizierte Bilder über migrantische Männlichkeiten
Birol Mertol (FUMA Fachstelle Gender NRW)

12:30 Uhr
Erstarkender antifeministischer Gegenwind: eine Bestandsaufnahme
Dayana Lau (Institut für Pädagogik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr. Klemens Ketelhut (Heidelberg School of Education)

13:00 Uhr
Edutainment | Mutlu Ergün-Hamaz (Phoenix Trainer, Autor, Performer)

13:10 – 14:00 Uhr
Mittagspause

14:00 Uhr
Trump und Bundestagswahl. Eine Analyse zum Zusammenhang zwischen rechten Wahlerfolgen und Geschlecht
Andreas Kemper (Publizist, Institut für Soziologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

14:40 Uhr
Sind alte weiße Männer das neue Feindbild? Kurzdiskussion zum vorherigen Referat
Moderation Jörn Dobert (Bildungsreferent für Geschlechterdemokratie bei umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg)

15:10 – 16:00 Uhr
Positivbeispiele Männlichkeitsentwürfe

Workshop 1
Heroes – junge Männer aus patriarchalen Strukturen gegen Unterdrückung im Namen der Ehre
Yılmaz Atmaca (Theaterpädagoge, Familientherapeut, HEROES Gruppenleiter Berlin)
Moderation René Lampe (Sozialpädagoge, Systemischer Familientherapeut beim Deutschen Familienverband)

Workshop 2
Hausmeister und Fussballspieler? Zum Umgang mit Männlichkeitsvorstellungen in Einrichtungen der Kinderbetreuung“
Alexander Bentheim (Coach, Publizist, Fachberater für Männer-, Väter- und Jungenarbeit)
Moderation Michael Ney (Bildungsreferent für geschlechterbewusste Pädagogik & Jungen*arbeit beim Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V.)

Workshop 3
(k)Ein Problem? Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Kontext von Jungenarbeit
Nico Kerski (Landeskoordinator SCHLAU Niedersachsen, Vorstand im Bundesverband Queere Bildung)
Moderation Alexander Naß (Vorstand bei Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V. und Lehrkraft im Institut für Soziologie, MLU Halle)

Workshop 4
Zwischen Einhegung und Herstellung von Männlichkeit(en): Potentiale und Ambivalenzen der Sportförderung
Hans Berner (Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin)
Moderation Steffen Harnack (Fachstelle Jungen*arbeit Leipzig beim LEMANN e.V. – Netzwerk für Jungen- und Männerarbeit)

Workshop 5
Daddy cool – Engagierte Väter am Beispiel einer marokkanischer Männergruppe in NRW
Antonio Diáz (Bildung-Integration-Familien-Frauen-BIFF e. V. Dortmund)
Moderation angefragt (Männernetzwerk Dresden e.V., Projekt MIRROR Eltern schützen = Kinder schützen)

16:10 Uhr
Kaffeepause

16:30 Uhr
Edutainment | Mutlu Ergün-Hamaz (Phoenix Trainer, Autor, Performer)

16:45 Uhr
Podiumsdiskussion: Wie können wir patriarchale Strukturen kritisieren und überwinden, ohne (rassistische) Stereotype zu bedienen und zu erneuern?
Es diskutieren:

  • Michael Tunç (Netzwerk Männlichkeiten, Migration und Mehrfachzugehörigkeit, Väter in Köln e.V.)
  • Dr. Delal Atmaça (Vorsitzende und Sprecherin bei DaMigra – Dachverband der Migrantinnenorganisationen)
  • Prof. Dr. Rolf Pohl (Institut für Soziologie, Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie, Leibniz Universität Hannover)
  • Gabriel Fréville (Projektleiter movemen – empowering male refugees, Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V.)
  • Moderation Mekonnen Mesghena (Journalist, Referent Migration & Diversity Heinrich-Böll-Stiftung)

18:00 Uhr
Ende der Tagung

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit dem Gunda-Werner-Institut (Berlin) mit freundlicher Unterstützung durch umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. und das Institut für Pädagogik, Philosophische Fakultät III – Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Details

Datum:
29. September
Zeit:
11:00 - 18:00
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