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Vergessene Opfer des Nationalsozialismus

18. Juni | 18:30 - 20:00

Vergessene Opfer des Nationalsozialismus
Die Träger*innen des grünen und schwarzen Stoffwinkels

Mehr als 70.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 von Nationalsozialist*innen zu sogenannten “Asozialen” oder “Berufsverbrechern” erklärt. Sie wurden verfolgt, entrechtet und in Konzentrationslager gesperrt. Wegen Bettelei, Bagatelldiebstählen oder anderen Delikten wurden Menschen meist direkt nach dem Verbüßen ihrer Haft erneut festgenommen und in ein Konzentrationslager überführt. Menschen, die nicht ins Bild der nationalsozialistischen Ideologie passten, etwa Wohnungslose, Prostituierte, Swing Kids und Sinti und Roma wurden Opfer dieses Systems. Mit einem grünen Stoffwinkel wurden Häftlinge als „Berufsverbrecher“ stigmatisiert, mit einem schwarzen Winkel als „Asozial“. Ein großer Teil von ihnen wurde zur „Vernichtung durch Arbeit“ bestimmt und kam in den Konzentrationslagern um.

Erst im Februar 2020 wurden diese Menschen vom deutschen Bundestag als Opfergruppen des Nationalsozialismus anerkannt. Einen großen Anteil, diese vergessen Opfer in die gesellschaftliche Erinnerung zurückzuholen, hat der Sozialwissenschaftler Frank Nonnenmacher, der auch die Petition “Anerkennung von ‘Asozialen’ und ‘Berufsverbrechern’ als Opfer des Nationalsozialismus” an den deutschen Bundestag, startete. Er ist der Neffe des Überlebenden Ernst Nonnenmachers und erzählt die Geschichte seines Onkels in dem Buch „Du hattest es besser als ich – Zwei Brüder im 20. Jh.“. Ernst Nonnenmacher, der in den 30er Jahren aus wirtschaftlicher Not und Hunger Diebstähle begangen hatte, wurde zunächst als  als „Asozialer“ mit grünem Winkel in das KZ Flossenbürg und später im KZ Sachsenhausen interniert.  Nach dem Krieg scheiterte er mit einem Antrag auf materielle Entschädigung. Politik und historische Forschung haben diese Opfergruppen jahrzehntelang ignoriert, die Überlebenden selbst hatten das Stigma “asozial” oder “Berufsverbrecher” häufig selbst verinnerlicht und schwiegen aus Scham.

Mit der Lesung “Du hattest es besser als ich – Zwei Brüder im 20. Jahrhundert” und anschließendem Gespräch mit Frank Nonnenmacher und Dr. Ute Hoffmann (Euthanasie Gedenkstätte Bernburg), unter der Moderation von Pascal Begrich (Miteinander e.V. Magdeburg) beleuchten wir die Geschichte der Opfer und fragen nach den Gründen, warum diese Opfergruppen bis heute im kollektiven Gedächtnis nicht präsent sind.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Stadtbibliothek Magdeburg.

Diese Veranstaltung wird von unserer FSJlerin Sara Schröder realisiert, die im Rahmen ihres FSJ-Politik ein eigenes Projekt umsetzt.

Die Veranstaltung in der Stadtbibliothek Magdeburg wird am 18. Juni ab 18:30 Uhr live auf unserer Facebook-Seite und auf unserem Youtube-Kanal gestreamt. Kommentare und Fragen sind über unsere Facebook-Seite möglich.

Hinweis: Die Veranstaltung ist als Vor-Ort Veranstaltung in der Magdeburger Stadtbibliothek geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie kann es hier aber kurzfristig zu Änderungen kommen, die wir auf dieser Seite und auf unserer Facebook-Seite mitteilen.

Details

Datum:
18. Juni
Zeit:
18:30 - 20:00
Veranstaltung-Tags:
,

Veranstaltungsort

Stadtbibliothek Magdeburg
Breiter Weg 109
Magdeburg, Deutschland
Website:
http://www.magdeburg-stadtbibliothek.de/seite/98014/zentralbibliothek.html