Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

WIRD VERSCHOBEN! Türkei – Bangladesch – Äthiopien | Schriftstellerinnen im Exil

27. September | 19:30 - 21:00

Die Veranstaltung muss aus organisatorischen Gründen verschoben werden, den neuen Termin geben wir hier zeitnah bekannt.

TÜRKEI – BANGLADESCH – ÄTHIOPIEN
Schriftstellerinnen im Exil

Sie sind politische Journalistinnen, Menschenrechtsaktivistinnen, Bloggerinnen und Schriftstellerinnen. In ihren Heimatländern drohen ihnen Verfolgung, Folter und lange Haftstrafen. Wir freuen uns, gemeinsam mit dem PEN-Zentrum Deutschland und der Stadtbibliothek Magdeburg, drei Frauen vorzustellen, die im deutschen Exil leben und arbeiten und als Stipendiat*inenn des PEN-Zentrum im Rahmen des Programms „Writers in Exile“ Schutz finden.

Lesung mit:
Şehbal Şenyurt Arınlı – Die türkische Journalistin, Menschenrechtsaktivistin und Dokumentarfilmerin Şehbal Şenyurt Arınlı wurde 1962 in Giresun / Türkei geboren. Seit ihrer Studienzeit arbeitete sie für lokale und überregionale Zeitungen, außerdem als Autorin und Produzentin für landesweite Fernsehsender, z.B. für die renommierte Nachrichtensendung „32.GUN“ mit Mehmet Ali Birand. Bekannt wurde Şenyurt Arınlı als Dokumentarfilmerin: als erste Frau hinter der Kamera in ihrem Land drehte sie Nachrichtenbeiträge für internationale Fernsehsender, und als lokale Berichterstatterin für CNN, BBC und REUTERS.
Als Menschenrechtsaktivistin kämpfte Şenyurt Arınlı für die Rechte der Frauen und beschäftigte sich außerdem intensiv mit ökologischen Themen. Ein besonderes Anliegen war ihr, die multinationale Realität ihres Landes. Ein Thema, das von der vereinheitlichenden Ideologie der Staatsführung abgestritten wurde und wird. So lag einer ihrer Schwerpunkte in der Dokumentation von Minderheiten und deren Rechten (Armenier, Griechen, Assyrer, Aramäer und anderen ethnischen Gruppen).
Im Juli 2017 wurde sie wegen ihrer politischen und filmischen Aktivitäten in der Nähe der türkisch-griechischen Grenze festgenommen und des Verdachts auf Mitgliedschaft in der PKK beschuldigt. Vermutlich hatte sie mit ihrer öffentlichkeitswirksamen Arbeit als Journalistin für die kurdischen Zeitungen Özgür Gündem und Azadiya Welat sowie für die kurdische Frauen-Nachrichtenagentur JINHA, die allesamt später verboten wurden, die Aufmerksamkeit der türkischen Regierung auf sich gezogen. Ihre vorläufige Freilassung wenige Tage später beruhte auf Verwicklungen innerhalb des türkischen Justizsystems, sodass ihre Freiheit in der Türkei nun weiterhin akut bedroht ist. Seit September 2017 ist Şehbal Şenyurt Arınlı Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN.


Arpita Roychoudhury
– Die Bloggerin und Aktivistin Arpita Roychoudhury (Pseudonym) wurde 1995 in Bangladesch geboren. Aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit wurde sie als Mitglied einer hinduistischen Minderheit früh mit Diskriminierung konfrontiert. 2012 begann Arpita Roychoudhury, auf Facebook und bengalischen Blogs unter ihrem wahren Namen über die Diskriminierung von Frauen, Kindern und Minderheiten zu schreiben. Nachdem ihr Profil mehrfach gesperrt und ihr gedroht wurde, schrieb sie unter dem Pseudonym Arpita Roychoudhury.
Als exponiertes Mitglied der feministischen, säkularen Blogger-Szene wurde sie in ihrer Heimat öffentlich belästigt, bedroht und misshandelt. Eine Gruppe Jugendlicher drang in ihr Elternhaus ein und bedrohte die ganze Familie. Roychoudhury wurde von einer Gruppe aggressiver Männer durch Vergewaltigung bedroht, außerdem gab es Morddrohungen. Nichtsdestotrotz begann sie einen Bachelor of Science in Botanik an der National University of Bangladesh, in der Hoffnung, auf dem Campus sicherer zu sein. Sie schrieb weiterhin kritische Blogbeiträge, bevor sie entführt, tagelang gedemütigt und gefoltert wurde. Auch die staatlichen Behörden verweigerten ihr die Unterstützung, selbst als Roychoudhury nach eigenen Angaben nur knapp einem Mordanschlag auf offener Straße entging. 2017 wurde sie als Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms nach Berlin eingeladen, nach längerem Visumverfahren konnte sie im Dezember 2017 endlich nach Deutschland ausreisen.

Fatuma Nurye Yimam – Fatuma Nurye Yimam wurde 1991 in Äthiopien geboren. Die Journalistin, Autorin und Aktivistin studierte von 2008 bis 2010 Marketing Management am Royal University College in Addis Abeba (Diplom) und anschließend ein Jahr Journalistik und Kommunikation an der Unity University. 2011 begann Yimam eine umfangreiche Recherche zu illegalen Migrationsrouten, die von Äthiopien in den Sudan oder nach Dschibuti führen. 2012 gründete sie die politische Zeitschrift Fact, mit der sie im November 2012 in der nordäthiopischen Stadt Kemise ein Symposium mit begleitender Ausstellung, basierend auf ihren Forschungsergebnissen zu den Migrationsrouten, organisierte. Ende 2013 wurde Yimam aufgrund ihrer Recherchen auf der Polizeistation in Addis Abeba dazu gedrängt, ihre seit 2012 erscheinende politische Zeitschrift Fact einzustellen. Dort wurde sie auch bedroht, beleidigt und tätlich angegriffen. Im August 2014 wurde sie als Geschäftsführerin von Fact zusammen mit fünf anderen unabhängigen Zeitungen vom äthiopischen Justizministerium wegen der Veröffentlichung von Falschmeldungen, der Anstiftung von Gewalt und der Untergrabung des Vertrauens der Öffentlichkeit in die Regierung angeklagt. Daraufhin floh sie zunächst alleine nach Dschibuti. Bei einer Rückkehr nach Äthiopien drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft sowie Folter. Seit August 2017 ist sie Stipendiatin des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN.

Mehr Informationen zum Programm des PEN-Zentrums Deutschland: Writers in Exile

Details

Datum:
27. September
Zeit:
19:30 - 21:00
Veranstaltung-Tags:
, , ,

Veranstaltungsort

Stadtbibliothek Magdeburg
Breiter Weg 109
Magdeburg, Deutschland
Webseite:
http://www.magdeburg-stadtbibliothek.de/seite/98014/zentralbibliothek.html