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Justiz im Nationalsozialismus – Ausstellung

5. November | 11:00 - 23. November | 17:00

Justiz im Nationalsozialismus. Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes. Sachsen-Anhalt.
Eröffnung einer Wanderausstellung im Landtag von Sachsen-Anhalt

Ab 5. November 2018 wird im Gebäude des Landtages von Sachsen-Anhalt, Domplatz 6-9 in Magdeburg die Ausstellung Justiz im Nationalsozialismus. Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes. gezeigt, die bereits an mehreren Justizstandorten und Bildungseinrichtungen unseres Bundeslandes, darüber hinaus in Berlin, Brüssel und anderen Städten präsentiert wurde.

Die Ausstellung wird ständig erweitert. In Magdeburg dokumentieren ca. 40 Tafeln die Tätigkeit von Sondergerichten, dem Volksgerichtshof, Erbgesundheitsgerichten und Strafgerichten der Wehrmacht, immer in Bezug auf Verfahren in unserer Region.

Die Wanderausstellung ist eine Kooperation vom Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Landeszentrale für politische Bildung und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt.

Am 9. November um 17 Uhr werden im Rahmen einer Veranstaltung aus Anlass des Gedenkens an die Reichspogromnacht von 1938 vier zusätzliche Tafeln in die Ausstellung eingefügt, die sich am Beispiel des Magdeburger Kohlengroßhandels Ed. J. Weinmann und des Tangermünder Kaufhauses J. Bernhard mit der Rollenverteilung verschiedener Behörden bei der „Arisierung“ jüdischen Vermögens beschäftigen. Biografische Tafeln zeigen außerdem die Aufgabenverteilung von Polizei und Justiz bei der Ermordung jüdischer Mitbürger. So wurde der 1941 aus Frankreich nach Deutschland zurückgekehrte Peter Hollaender aus Bad Kösen trotz Aufhebung eines gegen ihn bestehenden Haftbefehls im November 1941 in das KZ Sachsenhausen überstellt und dort Anfang April 1942 ermordet. Ähnlich erging es dem Hallenser Kurt Just, der diverse den Juden auferlegten Kennzeichnungsanordnungen – das Tragen des „Judensterns“ und die angeordnete Verwendung des Vornamens Israel – verweigert hatte. Die deshalb verhängte Haftstrafe wurde bereits nach drei Monaten abgebrochen, um ihn Anfang Dezember 1942 aus Halle nach Auschwitz zu transportieren und direkt nach seiner Ankunft zu ermorden.


Programm

Ausstellungseröffnung

„Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“

am 09. November 2018, 17.00 Uhr

Begrüßung

Gabriele Brakebusch MdL

Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt

Grußworte

Anne-Marie Keding

Ministerin für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt

Dr. Kai Langer

Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt

Künstlerischer Beitrag

Lesung aus dem Briefverkehr zum Tode verurteilter Frauen, die während des Zweiten Weltkrieges im Zuchthaus Halle hingerichtet wurden

Julia Raab

Schauspielerin, Halle (Saale)

Festrede

Prof. em. Dr. iur. Ingo Müller

Berlin

Musikalische Begleitung

Musikerinnen und Musiker aus Magdeburg

im Anschluss:

Führung durch die Ausstellung durch Michael Viebig (Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale)) und Dr. Daniel Bohse (Gedenkstätte Moritzplatz für die Opfer politischer Gewaltherrschaft, Magdeburg).

Die Wanderausstellung wird bis zum 23. November in Magdeburg bleiben.
Sie ist im Landtag an den regulären Öffnungszeiten des Hauses zu besichtigen, der Eintritt ist frei.

Voranmeldungen für Gruppen sind unter 0391 560 1258 und protokoll@lt.sachsen-anhalt.de möglich.

Nähere Informationen unter www.mj.sachsen-anhalt.de.

Bildmotiv: Ausschnitt aus einer der neu erstellten Tafeln, mit freundlicher Genehmigung der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale)