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Flammende Köpfe

21. März | 19:00

Flammende Köpfe
Eine Video-Lecture-Performance von und mit Arne Vogelgesang

„Bissig, wichtig, erhellend und sehenswert.“ (Ruhr Nachrichten)

Am 18. Februar 2016 brüllt im sächsischen Clausnitz ein „asylkritischer“ Mob einen Bus mit Geflüchteten vor einer Unterkunft nieder. Eine Woche später veröffentlicht Stern TV ein Interview mit Wolfram Fischer, der als Dolmetscher im Bus mitgefahren war. Fischer spricht darin nicht von einer Menschenmenge, die den Bus attackiert habe, sondern bezeichnet sie mehrmals als eine „Menge von Köpfen“. Hassende, schreiende Köpfe.
Das sprachliche Bild passt zu einem in den letzten Jahren populär gewordenen Phänomen radikaler Internetpropaganda: Videobotschaften politischer Aktivistenköpfe, z.B. auf YouTube.
In diesen Mischformen aus Video-Blog und politischer Rede am virtuellen Stammtisch spielen Köpfe und Gesichter die entscheidende Rolle. Sie sind die Träger bürgerlicher Persönlichkeit, die ihr Spiegelbild in der Webcam agitieren.

Wie radikalisieren sich Menschen im Internet? Wie entsteht daraus ein reales Szenario der Bedrohung? Denn manchmal lässt sich ein entflammter Kopf von seinem Körper nachts zu einem Flüchtlingsheim tragen, um es anzuzünden. Ist der Kopf dann wach? Oder schläft er und träumt von den Messern des Jihad?
Arne Vogelgesangs Flammende Köpfe, konzipiert für einen Performer und einen virtuellen Chor von Kopf-Avataren, zeichnet den Weg vom Wohnzimmer in den Internet-Aufstand nach. Vogelgesang greift dabei auf seine umfangreiche, ständig aktualisierte Sammlung von Propaganda-Videos aus dem Netz zurück. Ein kurioser, unterhaltsamer Theaterabend, der das Fürchten lehrt.

Im Anschluss: Nachgespräch mit Cornelia Habisch (Geschäftsführerin Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt, Landeszentrale für pol. Bildung) und Sebastian Striegel (MdL, BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN Sachsen-Anhalt). Moderation: Christian Römer (Heinrich-Böll-Stiftung).

Eintritt: 5 Euro


Pressestimmen

„Ein Re-Enactment des Grauens, das dennoch eine künstlerisch-analytische Distanz erzeugt. Ein wichtiger Abend.“
Deutschlandfunk, 27. März 2017

„Arne Vogelgesang zeigt in Dortmund den Soundtrack des Rechtsradikalismus, die perfiden Strategien der Populisten. Denn hinter den grotesken Witzfiguren, die Stimmung machen, stecken kluge Köpfe – und die sind gefährlich für die Demokratie.“

WDR 5 Scala, 27. März 2017

„Das Schauspiel Dortmund stellt eine neue Spielform vor. Vogelgesangs theatrale Performance erzählt nicht, sie überträgt Elemente eines Essays auf die Bühne. (…). Mehrmals am Abend nimmt er den Blickwinkel der rechten Propagandisten ein, indem er sich ihre Haltung und ihre Worte anverwandelt. …Aber Vogelgesang zielt nicht auf den Lacher, auf Übertreibung und Bloßstellung. Er tritt den sprechenden Köpfen aus dem Internet von gleich zu gleich gegenüber. Wenn das Publikum lacht – und es lacht oft genug –, dann geschieht es, weil die Dummheit, das Stereotype und das Verlogene in diesem Arrangement von allein sichtbar werden.“
Westfälischer Anzeiger, 26. März 2017

„Flammende Köpfe. Kein klassischer Bühnenabend, sondern eine Multimedia-Schau, die man als politische Bildung, Reflexion, Diskurs verstehen muss. Wie verbreiten sich Bilder einer Demo am Flüchtlingsheim im Erzgebirge? Wie werden sie instrumentalisiert von Scharfmachern, die Pegida nahestehen? Wer sind diese Leute, wie inszenieren sie sich in ihren Videos?“
Ruhr Nachrichten, 26. März 2017

„Eigentlich war man ohne große Erwartungen gekommen zu diesem Abend. Aber dann ist da dieser schlaksige Herr im grauen Anzug und mit Rauschebart, der uns ganz allein zwei Stunden zu fesseln versteht. Am Dortmunder Theater kann man immer noch Entdeckungen machen.“

WAZ, 28. März 2017

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem neuen theater im Rahmen der Bildungswochen gegen Rassismus.

Details

Datum:
21. März
Zeit:
19:00
Veranstaltung-Tags:
, ,

Veranstaltungsort

neues theater (nt) Saal
Große Ulrichstraße 51
Halle (Saale) ,