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Es geht durch die Welt ein Geflüster – Die Revolution von 1918

8. November | 17:00 - 19:15

Es geht durch die Welt ein Geflüster – Die Revolution von 1918
Film und Filmgespräch mit der Filmemacherin Ulrike Bez
7. November 1918. Revolutionäre Nacht in München. Nach einer Großdemo führt Kurt Eisner die Menschenmenge zu den Kasernen. Die kriegsmüden Soldaten laufen sofort über. Der König samt Entourage flieht. Ohne Blutvergießen wird der Freistaat Baiern geboren. In der Folge kämpfen revolutionäre und reaktionäre Kräfte mit allen Mitteln um die Macht. Eisner wird ermordet. Zwei Räterepubliken sind von nur kurzer Dauer. Die junge Demokratie ist verletzlich und scheitert, wird blutig niedergeschlagen. Es geht durch die Welt ein Geflüster entstand 1988 und verwebt zeitgeschichtliche Filmdokumente und Interviews. Zu Wort kommen die damals bereits hochbetagten Zeitzeug*innen aus dem anarchistischen, kommunistischen, sozialistischen und anarcho-syndikalistischen Spektrum wie Benno Scharmanski, Centa Herker, Hugo Jakusch, Sophie Radischnigg, Minna Dittenheber, Emil Meier und Peter Lichtinger. Sie sind Kinder und Jugendliche aus dem sozialdemokratischen Arbeitermilieu, die die Revolution aus der Nähe erlebt haben, mir ihr sympathisierten oder mitgekämpften. Während der Nazidiktatur wurden sie verfolgt, ins KZ gesperrt und gefoltert.
Im Film werden die Errungenschaften der Revolution ebenso thematisiert wie ihr Scheitern. Dazu gehören die Verwerfungen innerhalb der Linken wie auch die Heldinnen der Frauenbewegung; zuvorderst das Lesbenpaar Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, die Revolutionärinnen Hilde Kramer, Zenzl Mühsam, Sarah Sonja Lerch und Hedwig Kämpfer, einzige Richterin im Revolutionstribunal.
Für diejenigen, die heute für eine gerechte Gesellschaft kämpfen wirft “Es geht durch die Welt ein Geflüster” brisante politische Fragen auf: Welche Utopien brauchen wir heute? Was tun, wenn die Freiheit auf der Straße liegt? In welcher Welt wollen wir leben?
 
Die Interviews mit den Zeitzeug*innen sind 1988 in kollektiver Zusammenarbeit von Ulrike Bez, Petra Gerschner und Michael Backmund entstanden, um die Berichte und Erfahrungen der wenigen noch lebenden Augenzeug*innen zu bewahren und weiterzugeben.
Als filmische Dokumente sind die Interviews in voller Länge im Lernforum des NS-Dokumentationszentrum München zu sehen.
Eine Kooperation des Bündnis Dessau Nazifrei mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt e.V.

Details

Datum:
8. November
Zeit:
17:00 - 19:15
Veranstaltung-Tags:
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