„…Vergiß die Photos nicht, das ist sehr wichtig…“

Die Verfolgung mitteldeutscher Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Ausstellung und Begleitprogramm

Zwischen 1932 und 1939 fotografierte Hanns Weltzel mitteldeutsche Sinti und Roma in Dessau-Roßlau. Der in Roßlau lebende Fotojournalist pflegte freundschaftliche Beziehungen zu den Familien, die auf ihren Handelswegen regelmäßig nach Anhalt kamen. Hanns Weltzel veröffentlichte bis 1935 Artikel über Sinti und Roma in der Anhaltischen Presse. Zudem stand er mit der „Gypsy Lore Society“, deren Sitz sich in Liverpool befand, im Kontakt und schrieb Artikel für deren Journal. So gelangten erste Fotografien nach Liverpool. Der Bestand von circa 200 Fotografien befindet sich heute in der Bibliothek der Universität Liverpool. Es handelt sich um einzigartige Fotografien von Männern, Frauen und Kindern, die wenige Jahre nach den Aufnahmen fast alle dem Genozid zum Opfer fielen. Sie zeugen von gegenseitigem Respekt zwischen den Fotografierten und dem Fotografen und unterscheiden sich deutlich von Abbildungen der nationalsozialistischen Propaganda gegen Sinti und Roma.

Die Ausstellung „`…vergiß die Photos nicht, das ist sehr wichtig…´ – Die Verfolgung mitteldeutscher Sinti und Roma im Nationalsozialismus“ dokumentiert die Lebens- und Leidenswege der Familien Laubinger, Lauenburger, Thormann, Stein, Steinbach und Ansin. Auch über Erna Lauenburger, die bekannte Romanfigur Unku, die Hanns Weltzel mehrfach in Dessau-Roßlau ablichtete, berichtet die Ausstellung.

Die Ausstellung kann vom 4. Juni bis 17. Juni zu den Öffnungszeiten des Ratshofes kostenfrei besichtigt werden.

Montag: 8 bis 16 Uhr
Diensta: 8 bis 19 Uhr
Mittwoch: 8 bis 12 Uhr
Donnerstag: 8 bis 19 Uhr
Freitag: 9 bis 15 Uhr
Samstag: 9 bis 12 Uhr

Programm:

4. Juni, 18:00 Uhr, Ratshof Halle (2. + 4. Etage):
Wir eröffnen die Ausstellung ‚…Vergiß die Photos nicht, das ist sehr wichtig…‘ am 4. Juni mit einem Grußwort des Oberbürgermeisters Bernd Wiegand und einer Einführung durch die Ausstellungsmacherin Jana Müller (AJZ Dessau). Wir freuen uns besonders auf die Teilnahme von Raffaela Laubinger, der Tochter eines Auschwitz-Überlebenden, die uns auch erzählt, wie es für ihre Familie nach der Zeit des Nationalsozialismus weiterging.
Mehr zur Eröffnung findet sich hier.

4. Juni, 20:00 Uhr, Goldene Rose
Konzert und Begegnung mit dem Berliner Gypsy-Jazz Kollektiv Radio Django. Mehr zum Konzert findet sich hier.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem AJZ-Dessau, dem Projekt RomaRespekt bei Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen und dem Hallianz-Aktionsfond.

5. Juni, 10:00 Uhr, nicht-öffentlich
Zeitzeuginnengespräch mit Raffaela Laubinger im Neuen Städtischen Gymnasium

13. Juni, 19:00 Uhr, „Ede und Unku – Die wahre Geschichte“, Ratshof Halle (2. Etage):
Musikalische Lesung zum Buch „Ede und Unku – Die wahre Geschichte“ mit Janko Lauenberger und Juliane von Wedemeyer.
Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

17. Juni, 18:30 Uhr, „Dui Rroma“, Zazie Kino und Bar

Film und Filmgespräch „Dui Rroma“ mit Regisseurin Iovanca Gaspar (angefragt), Gjulner Sejdi (Romano Sumnal e.V.) und Andreas Hemming (Roma-Beratungsstelle der Stadt Halle)
Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Die Ausstellung und das Begleitprogramm sind eine Kooperation von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit der Stadt Halle, der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und Romano Sumnal e.V..

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