Vor-Premiere! „Die Familie“ Dokumentarfilm

zum Schicksal von Maueropfern und ihren Hinterbliebenen

„Umgürtet mit dem Drahtverband Ist unser Land ein Inselland‘ – so sang Wolf Biermann 1965 von der DDR, aus der die Flucht mit dem Tod enden konnte. Mehr als 136 Menschen verloren im Todesstreifen an der Mauer ihr Leben. Für ihre Angehörigen jedoch, oft von der Stasi verhört und belogen, musste das Leben weiter gehen. Doch auch 25 Jahre nach dem Mauerfall sind noch nicht alle Wunden geschlossen, nicht alle Fragen geklärt. Eine Frau weiß bis heute nicht, wo die Leiche ihres Sohnes geblieben ist. Eine andere fragt sich, wieso ihr Ehemann damals an der Grenze ertrunken ist. Eine dritte spricht offen von ihren Rachefantasien, weil der Mörder ihres Sohnes nur eine Bewährungsstrafe erhielt.

In seinem neuen Dokumentarfilm „Die Familie“ befasst sich Stefan Weinert mit den Familien von Opfern von Mauerschützen. Gemeinsam mit den Hinterbliebenen besucht er die einstigen Schauplätze, wirft einen Blick in Stasiakten und zeigt, welche Folgen das unmenschliche Grenzregime der DDR bis heute für die Angehörigen hat.

Im anschließenden Filmgespräch mit dem Regisseur Stefan Weinert wollen wir über individuelle Schuld sowie über das Erinnern und Aufarbeiten der Vergangenheit sprechen, die heute bei vielen vor allem in nostalgischer Erinnerung ist. Es moderiert Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen).

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit dem Frauenzentrum Courage c/o Volksbad Buckau.
Eintritt frei.

Veranstaltungszeit und –ort:

Dienstag, 28. Oktober 2014
18:30 Uhr

Kino Moritzhof (Theater unter’m Dach)
Moritzplatz 1, Magdeburg

 

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