25 Jahre Friedliche Revolution – 25 Jahre revolutionäre Aufarbeitung?

Lücken und Erfolge

Der Umgang der Bundesrepublik mit der Aufarbeitung SED-Diktatur in der ehemaligen DDR ist weltweit einmalig. Auf Druck von BürgerrechtlerInnen aus den neuen Bundesländern wurden die Archive der Staatssicherheit (Stasi) nicht nur gesichert, sondern geöffnet und den überwachten BürgerInnen, Forschung und Medien zugänglich gemacht. So konnte der Charakter der SED-Diktatur und das Ausmaß des Überwachungsstaates offengelegt werden.

Dennoch, so merken einige KritikerInnen an, fehle diesem Aufarbeitungsprozess durch diese Konzentration auf TäterInnen und Opfer, der Blick auf die Alltagserfahrungen und Lebenswirklichkeiten einer großen Mehrheit der Bevölkerung. Die fehlende Aufarbeitung in diesem Bereich spiegelt sich heute in den „Rechtfertigung(en) und Beschönigung(en) der Verhältnisse in der DDR“, die auch der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, beklagt.

In der Podiumsdiskussion widmen wir uns dieser ambivalenten Einschätzung und fragen nach den Erfolgen und Lücken der Aufarbeitung. Zudem soll es darum gehen, wie DDR-Geschichte an die künftigen Generationen vermittelt werden kann und was uns der gesellschaftliche Umgang mit der SED-Diktatur für Aufarbeitungsprozesse von Diktaturen generell lehren könnte.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und der Gedenkstätte ROTER OCHSE.

Es diskutieren:

Werner Schulz (Bürgerrechtler, Grünen-Politiker)
Dr. Stefan Wolle (Historiker, DDR-Museum Berlin)
Dr. Nancy Aris (stellvertretende sächsische Beauftragte für Stasiunterlagen)

Veranstaltungsort und -zeit:

Mittwoch, 29. Oktober 2014
19:00 Uhr

Händelhaus (Kammermusiksaal, Nikolaistr. 5)
Halle (Saale)

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