Werden Sie Deutscher

Kann man ‚Integration‘ von oben verordnen? Und ab wann ist man ‚integriert‘? In ihrem beobachtenden Dokumentarfilm begleitet die Regisseurin Britt Beyer zehn Monate lang die TeilnehmerInnen eines Integrationskurses an einer Berliner Volkshochschule in Unterricht und im Alltag. In 600 Unterrichtsstunden Sprachkurs und 45 Stunden Orientierungskurs lernen Erwachsene aus 15 verschiedenen Nationen nicht nur die deutsche Sprache, sondern ihnen wird auch vermittelt, wie man sich in Deutschland zu verhalten hat: einem Beamten der Ausländerbehörde schenkt man keine Pralinen und zu einem Termin muss man „auf die Minute genau“ kommen, denn „Zeit ist Geld“.

Alle Ausländer, die dauerhaft in Deutschland leben wollen, können seit dem neuen Zuwanderungsgesetz zu einem Integrationskurs verpflichtet werden. Vom Bestehen der Prüfung kann ihre Arbeitserlaubnis, der Bezug von Sozialleistungen oder die Aufenthaltserlaubnis abhängen. Für einige der Teilnehmer ist das von existentieller Bedeutung; es geht um ihre Zukunft, um die Möglichkeit zu arbeiten und zu bleiben.

Im Alltag der ProtagonistInnen können wir überprüfen ob das Wunschbild, das Deutschland von sich selbst im Unterricht zeichnet, mit der Lebenswirklichkeit der Kursteilnehmer übereinstimmt.  Und sind aufgefordert, uns zu unserer eigenen Identität zu verhalten: Was ist denn eigentlich deutsche Kultur und wer definiert sie? Zugleich soll es im Filmgespräch mit Sören Herbst (Stadtrat BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdL) und eine/r VertreterIn des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalt e.V. (n.n.) um die Situation und Integrationswege von MigrantInnen in Magdeburg und um die Situation der Flüchtling in Sachsen-Anhalt gehen.

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen der Interkulturellen Woche in Magdeburg.

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 30. September 2014
18:30 Uhr

Café Central (Leibnitzstr. 34)
Magdeburg

 

 

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