Intersexualität

Zwischen Abweichung und Anerkennung

Intersexualität bedeutet, dass das geschlechtliche Erscheinungsbild eines Menschen nicht eindeutig männlich oder weiblich einzuordnen ist. Kinder die geschlechtlich nicht typisch weiblich oder männlich sind, erhalten daher die Diagnose „intersex“. Fast immer folgen dann operative und hormonelle Eingriffe, um ein möglichst eindeutiges Erscheinungsbild der Genitalien zu erreichen. Interessenvertretungen von Intersexuellen beschreiben diese Behandlungen als gewaltsam und traumatisierend und protestieren seit vielen Jahren dagegen.

In seinem Vortrag stellt er Biologe Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Professur für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung, Hochschule Merseburg) den aktuellen Stand der Debatte vor und kritisiert die Wahrnehmung von Intersexualität als „Störung“ oder „Abweichung“. Im anschließenden Publikumsgespräch wollen wir über Zwangsbehandlungen diskutieren, die Rolle des Deutschen Ethikrates bei der Anerkennung Intersexueller genauer beleuchten und über die Anerkennung von Individualität und Vielfalt sprechen.

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit dem BBZ lebensart e.V.

Der Einritt ist frei.

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 10. Juni 2014
18:00 Uhr

BBZ „lebensart“ e. V. (Fachzentrum für sexuelle Identität)
Beesener Straße 6, Halle


Über den Referenten:

Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß (Dr. phil, Dipl. Biol.) hat seit Mai 2014 die Professur Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung an der Hochschule Merseburg inne. Er arbeitet zu sexualwissenschaftlichen, biologie- und medizinethischen Schwerpunkten und zu queer-feministischer Kapitalismuskritik. Kontakt: www.heinzjuergenvoss.de

Aktuelle Buchveröffentlichungen:
„Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ (2011: Schmetterling)
„Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ (2012: Unrast)
„Queer und (Anti-)Kapitalismus“ (2013: Schmetterling; gem. Salih Alexander Wolter)

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