„…Unkraut vergeht nicht“

Szenische Lesung mit Peter Donath, Theater der Altmark Stendal

Rudolf soll sich erinnern! An einen Fall aus seiner Kindheit in Schönebeck. An Tante Piehler. Die immer so leckere Kartoffelpuffer machte für ihn. Da war er acht. Und dann war da die Sache mit dem Fliegeralarm und der fehlenden Geldbörse seiner Eltern und dem Verdacht. Konnte ja keine andere gewesen sein. Die Piehler war ja schon immer so eine… Die wusste, wie Gerichte arbeiten. Unter dem Kaiser, in der Republik. 31 Mal vor Gericht und nun unter Hitler. Aber das ist anders: „Ich habe in meinem Leben milde Urteile gekriegt und harte Urteile, mal sechs Monate, mal vier Jahre. Aber immer habe ich sie dafür gekriegt, was ich getan habe. Nie dafür, was ich gedacht habe und nie dafür, was ich bin.“

Das Todesurteil des Sondergerichtes Magdeburg gegen die 72jährige Anna Piehler wurde nicht mehr vollstreckt. Amerikanische Truppen befreiten sie bei Kriegsende aus dem Zuchthaus „Roter Ochse“ in Halle. Sie starb 1957 in Schönebeck.

Mit einer Einführung und einem anschließendes Gespräch mit Rebecca Plassa, Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung “Justiz im Nationalsozialismus“.

Veranstaltungsort und -zeit:

Mittwoch, 9. Oktober 2013
19:30 Uhr

Amtsgericht Gardelegen
Gardelegen


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