Herr Professorin & der #Aufschrei

Geschlechtergerechtigkeit und Sprache

Deutschland im Jahre 2013: Ein Physikprofessor schlägt in einer Sitzung vor, im Text der neuen Uni-Grundordnung nur noch die weibliche Schreibweise für Berufsbezeichnungen zu verwenden. Ein mehrheitlich männlich besetztes Gremium stimmt ab und nimmt den Vorschlag an. Seither ist im neuen Grundordnungstext der Uni Leipzig nur noch von Professorinnen die Rede. Männliches Personal ist mitgemeint.

Doch was Frauen in der Alltagssprache tagtäglich erleben, löst nun eine Riesendebatte aus. „Guten Tag, Herr Professorin“ titelte kurz darauf der Spiegel. Auch Tageszeitungen zeigten sich empört. Die Rektorin der Uni Leipzig wurde mit Rücktrittsforderungen und derben sexistischen Beleidigungen im Netz konfrontiert. Was ist passiert?

Schon zu Beginn des Jahres gab es einen Aufschrei und Deutschlands Medienlandschaft beschäftigte sich überraschend ausführlich mit Geschlechterfragen. Einigen ging es dabei um das Verteidigen fragwürdiger Flirtstrategien, anderen ging es um Respekt und das Problem von Machtverhältnissen.

In unserer Podiumsdiskussion wollen wir deshalb über den medialen Umgang mit Geschlechterthemen reden und fragen, warum die Diskussionen so hitzig geführt werden. Lässt sich an solchen Debatten ein sozialer Wandel ablesen? Wo stehen wir derzeit? Und was hat Gerechtigkeit überhaupt mit Sprache zu tun?


Es diskutieren:

Georg Teichert (Gleichstellungsbeauftragter der Universität Leipzig)
Kathy Meßmer (Soziologin, Mitinitiatorin von #Aufschrei)
Dr. Jeannette Drygalla (Sozialforscherin, Moderation)

Veranstaltungsort und -zeit

Montag, 21. Oktober 2013
19.00 Uhr

Hörsaal B, Melanchtonianum
Halle (Saale)


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