Call me Kuchu

Kampf für die Rechte von Homosexuellen in Uganda

Während sich die Gesetzgebung in einigen europäischen wie afrikanischen Ländern für nicht-heterosexuelle Menschen inzwischen verbessert hat, lässt sich in Uganda genau der umgekehrte Trend erkennen. Seit Jahren versuchen christlich-religiöse Gruppen hier ein verschärftes Anti-Homosexuellen-Gesetz durchzusetzen. Dieses sieht Haftstrafen für Homosexuelle und teilweise auch für ihre Familienmitglieder vor. In manchen Fällen wird sogar die Todesstrafe gefordert. Einige Medien unterstützen diesen Vorstoß offen, indem sie Bilder von Homosexuellen neben dem Aufruf „Hängt sie!“ veröffentlichen.

Menschenrechtsaktivist_innen versuchen die Gesetzesverschärfung mit allen Mitteln zu stoppen und müssen herbe Rückschläge einstecken. So wurde David Kato als führendes Mitglied und erster bekennender Schwule Ugandas während der Dreharbeiten zu CALL ME KUCHU brutal ermordet. KUCHU ist ein Begriff aus der ostafrikanischen Sprache Kisuaheli und kann „homosexuell“ oder auch „Schwuchtel“ bedeuten. Viele Homosexuelle benutzen das Wort mit Stolz als Eigenbezeichung.

Der Film CALL ME KUCHU dokumentiert den Kampf gegen die Hetze der Presse und der Regierung. Zwar wurde der Gesetzesentwurf nach weltweiten Protesten vorläufig zurückgenommen, aber ein Ausgang der Debatte ist noch offen, da der Entwurf erneut ins Parlament eingebracht werden kann.

Im anschließenden Filmgespräch mit Dr. Rita Schäfer (Ethnologin und Afrikaexpertin) wollen wir deshalb fragen: Wie hat sich die gesetzliche Lage in Uganda entwickelt? Wie ist die aktuelle Situation von LGBTI* weltweit zu bewerten? Und welche gesellschaftlichen Strömungen spielen häufig für den Ausbau oder Abbau von Rechten für Homosexuelle eine Rolle?

*Menschen die lesbisch, schwul, bi, trans oder intersexuell sind


Eine Veranstaltung im Rahmen der Filmreihe “Globale”.

Veranstaltungsort und -zeit:

Montag, 07. Oktober 2013
20:00 Uhr

Luchs.Kino am Zoo (Seebener Str. 172)
Halle (Saale)


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