Die orientalischen Christen und die arabischen Revolutionen

Gewöhnlich interessiert man sich für die Christen im Vorderen Orient nur unter dem Gesichtspunkt ihrer Verfolgung. So verhält es sich auch seit dem Ausbruch der arabischen Revolutionen Anfang 2011: Im Vordergrund stehen Fragen zu ihrer Sicherheit und wie viele überhaupt noch übrig bleiben. Doch einseitiges Mitleid und Sorge tragen nicht unbedingt zum Verständnis der heutigen Situation bei. Dafür müssen andere Fragen gestellt werden: Zum Beispiel welche Stellung die verschiedenen christlichen Gemeinden in den einzelnen Nationalstaaten des Nahen Ostens heute haben und wie sich ihre Beziehungen zu den autoritären Regimen gestalteten, die als ihre „Beschützer“ auftraten und auftreten. Institutionell und ideologisch haben sich die Kirchen und ihre Führer seit vierzig Jahren an Machthaber wie Saddam, die beiden Assads und Mubarak anpassen müssen. Heute sind sie auf der Suche nach einer neuen Position.

Die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und das Orientalische Institut der MLU Halle-Wittenberg laden ein zum Vortrag und Diskussion mit:

Prof. Dr. Bernard Heyberger (Direktor des Institut d’études de l’Islam et des Sociétés du Monde Musulman, EHESS, Paris)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Nahost Debatten – politische Positionen und wissenschaftliche Analysen” in Kooperation mit dem Orientalischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Veranstaltungsort und -zeit:

Donnerstag, 4. Juli 2013
18:00 Uhr

Melanchthonianum, HS XVIII (Universitätsplatz) 
Halle (Saale)


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