FAIRspekuliert?

Nahrungsmittelspekulation in der Diskussion

Darf man mit Essen zocken? Seit Jahren sprechen wir darüber, dass Menschen an Hunger leiden und sterben, obwohl ausreichend Lebensmittel auf der Welt vorhanden sind. In den letzten Jahren sind die Preise von Grundnahrungsmitteln wie Mais und Soja zum Teil massiv angestiegen, so dass Ernährungskrisen in Entwicklungs- und Schwellenländern noch verschärft wurden oder in bisher noch nicht betroffenen Regionen auftraten.

Als Ursache für die Preissteigerungen wird häufig der Handel mit Agrarrohstoffen an der Börse gesehen. Solche Nahrungsmittelspekulationen bringen Banken und Unternehmen hohe Rendite und sind sehr umstritten. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Spekulationen und Agrarkrisen nicht zweifelsfrei nachweisbar. So verfasste der hallesche Wirtschaftsethiker Prof. Dr. Ingo Pies gemeinsam mit 39 Wissenschaftlern einen offenen Brief an Bundespräsident Gauck, in dem die einseitige kritische Sichtweise von Nichtregierungsorganisationen auf Nahrungsmittelspekulation verurteilt wird.

Jenseits der Frage des Zusammenhangs wirft die Debatte auch die Frage der moralischen Verantwortung auf. Darf man mit Nahrungsmitteln wie mit jeder anderen Ware spekulieren? Welche Verantwortung tragen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft im internationalen Finanzgeschäft? Und wie können Ernährungskrisen zukünftig vermieden werden?

Gemeinsam mit der Grünen Hochschulgruppe Halle der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg laden wir zur Diskussion mit:

  • Prof. Dr. Ingo Pies (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Wirtschaftsethik)
  • David Hachfeld (Oxfam Deutschland e.V., Wirtschaft und Globalisierung)
  • Sebastian Lüdecke (Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Moderation)

Veranstaltungsort und -zeit:

Mittwoch, 29. Mai 2013
19.00 Uhr

Hörsaal XVI Melanchthonianum (Universitätsplatz)
Halle (Saale)

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