WORK HARD – PLAY HARD

Szenerien moderner Arbeitswelten.

Erwerbsarbeit ist, in modernen Gesellschaften wie unserer, ein wichtiger Ort sozialer Inklusion und ein zentrales Element für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Unter der Voraussetzung, dass ein existenzsicherndes Einkommen erzielt wird, trägt Arbeit zu Anerkennung und sozialer Teilhabe bei. Die Kehrseite der modernen kapitalistischen Arbeitswelt sind allerdings die Bedingungen, unter denen viele Menschen arbeiten müssen. ArbeitnehmerInnen stehen in Zeiten von Globalisierung, Finanzkrise und einem immer schnelleren Wandel der Arbeitswelt unter einem permanenten Anpassungsdruck. Die traditionellen Grenzen zwischen Arbeit und Leben verschwimmen – und werden neu gezogen.

Der Dokumentarfilm „WORK HARD – PLAY HARD“ untersucht diese Entwicklungen und heftet sich an die Fersen einer High-Tech-Arbeiterschaft, die hochflexibel und leidenschaftlich ihre Arbeit zum Lebensmittelpunkt macht. Um stetiges Wachstum zu erreichen, streben Unternehmen nach ständiger Optimierung der Arbeitskraft und der Arbeitszeit. Mit der Entgrenzung von Zeit und Ort können ArbeitnehmerInnen durch Laptops, Smartphones und Tablets jederzeit und überall arbeiten. Der permanente Wettlauf wird zusätzlich durch Maßnahmen der Unternehmen, wie Sanierungen, Restrukturierungen und Entlassungen angeheizt. Zurück bleiben jene, die keine Leistung bringen können (oder wollen) und aus dieser Arbeitsgesellschaft herausfallen. Vernachlässigt werden in dieser Perspektive zudem Arbeitsverhältnisse, die nicht dem Prinzip der Gewinnmaximierung unterliegen, etwa Gemeinschaftsarbeit, Versorgungsarbeit oder Eigenarbeit. Das Konzept einer inklusiven Arbeitsgesellschaft erweitert deshalb nicht nur den Arbeitsbegriff um diese Dimensionen, sondern berücksichtigt auch Aspekte wie Vielfalt, Familie und die Förderung benachteiligter Gruppen.

Im Filmgespräch mit Peter Paxian (SocialKonzept e.V.) soll diskutiert werden, welchen Wert der einzelne Mensch in der modernen wettbewerbs- und wachstumsorientierten Arbeitswelt überhaupt hat? Wie und warum funktionieren diese (selbst-)diskriminierenden und -selektiven Mechanismen? Welche wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen benötigt eine inklusive Arbeitsgesellschaft und bietet das politische Konzept einer „solidarischen Ökonomie“, die sich an sozialen, ökologischen und demokratischen Ansätzen orientiert, eine Lösung?

Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts ‘{Hochinklusiv}. Zusammenhalt einer vielfältigen Gesellschaft’.

Der Veranstaltungsort ist nicht vollständig barrierefrei erreichbar (eine Stufe zum Kinoaufgang). Wenn  Unterstützung benötigt wird, bitten wir um Anmeldung mit Angabe der benötigten Hilfen unter info@boell-sachsen-anhalt.de.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort und -zeit:

Mittwoch, 24. April 2013
19:00 Uhr

Kino Zazie (Kleine Ulrichstraße 22)
Halle (Saale)

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