Justiz im Nationalsozialismus

Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes

Die Ausstellung “Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes” dokumentiert die Rolle der deutschen Justiz in den Jahren 1933 bis 1945. Sie nennt die Namen von Tätern und Opfern, sie präsentiert Biografien des aktiven Mitwirkens an staatlichen Verbrechen ebenso wie Schicksale von Frauen und Männern als Objekte staatlicher Gewalt. Der letzte Teil der Ausstellung zeigt exemplarisch den Umgang der Nachkriegsjustiz mit den Verbrechen deutscher Richter und Staatsanwälte.

Es spricht für sich, dass der Bundesgerichtshof erst 1995 – also ein halbes Jahrhundert später – die NS-Justiz als “Blutjustiz” charakterisierte und selbstkritisch offen bekannte, dass die Verbrechen deutscher Richter und Staatsanwälte im Nationalsozialismus nicht aufgearbeitet wurden.

Den Flyer zur Ausstellung mit Begleitprogramm finden sie hier (pdf-Datei, 950 kb).

Die Ausstellung wird in der Zeit
vom 29. April bis 31. Mai 2013 im Amtsgericht Merseburg (Geusaer Straße 88) zu sehen sein.

Öffnungszeiten:

Montag, Mittwoch und Donnerstag: 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Dienstag: 09:00 bis 17:00 Uhr
Freitag: 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Führungen für Gruppen:
Telefon 03461 – 2810

Die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und die Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) haben in Zusammenarbeit mit weiteren PartnerInnen ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt:


Allgemeines zur Ausstellung

Mit dieser Wanderausstellung gelingt eine intensive Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Jstizgeschichte in Sachsen-Anhalt. Die Ausstellung führt den Besuchern vor Augen, zu welchen Exzessen die Justiz in einem totalitären System fähig sein kann. Die in Niedersachsen konzipierte Wanderausstellung wurde um eine Vielzahl regionaler und lokaler Aspekte erweitert. Entstanden ist eine Ausstellung, die den Blick auf die Region lenkt.

Die Justiz stellt sich damit ihrer Vergangenheit. Sie benennt Unrecht, gibt Opfern ein Gesicht und zeigt, wie einzelne Richter agierten. Gelungen ist dies, weil Juristen, Historiker und Vertreter von Vereinen und Verbänden auf Initiative der Veranstalter gemeinsam geforscht haben. So ist in den Jahren 2008 und 2009 eine breit gefächerte Ausstellung zusammen getragen worden, die jetzt – wiederum ergänzt – in Halberstadt gezeigt wird. Die Ausstellung stellt das Justizsystem zur Zeit des Nationalsozialismus dem Rechtsstaat in der Demokratie gegenüber. Sie klärt auf und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus.

Die Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes. Sachsen-Anhalt“ wurde in den Jahren 2008 und 2009 von regionalen Arbeitsgruppen in Magdeburg, Halle (Saale), Dessau-Roßlau, Hansestadt Stendal und Naumburg (Saale) produziert und an allen Landgerichten sowie im Gebäude des Oberlandesgerichts Naumburg präsentiert. Die wissenschaftliche Leitung lag bei der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale). Das Projekt griff dabei zunächst auf eine Wanderausstellung der Gedenkstätte Wolfenbüttel – Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten – zurück und wurde von dort unterstützt.

Die Fortsetzung der Wanderausstellung und die Realisierung des Begleitprogramms sind ein Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt und der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen-Anhalt.


Ausstellungseröffnung

Montag, 29. April 2013
11:00 Uhr

Amtsgericht Merseburg (Gausaer Str. 88)
Merseburg

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