Ich will leben…

Die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung war nach Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 für jeden sichtbar. Von Beginn an ermöglichte die Gesetzgebung des sogenannten Dritten Reiches die systematische Ausgrenzung und Verfolgung von Juden.

Die jüdische Witwe Emma Murr (1885-1942) musste sich im April 1940 sowohl vor dem Amtsgericht Weißenfels als auch vor dem Landgericht Naumburg wegen Nichtbefolgung des Kennkartenzwangs, versuchten Betruges und wegen sogenannter Rassenschande verantworten. Einen Tag nach Verbüßung einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe nahm die Gestapo Emma Murr erneut in Schutzhaft und überstellte sie später in das KZ Ravensbrück.

Im Frühjahr 1942 wurde Emma Murr in die ehemalige „Euthanasie“-Anstalt nach Bernburg gebracht und dort ermordet.

In seinem Vortrag über seine 1942 ermordete Großmutter Emma Murr berichtet Prof. Reinhard Schramm über die Auswirkungen des antijüdischen Terrors gegen seine Familie und den alltäglichen Antisemitismus, der auch in der heutigen Gesellschaft noch immer weit verbreitet ist.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung “Justiz im Nationalsozialismus“.

Veranstaltungsort und -zeit

Freitag, 30. November 2012
11.30 Uhr

Goethe-Gymnasium Weißenfels (Friedrichsstr. 23)
Weißenfels

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