Freispruch in den Tod

In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1941 starb in der Gaskammer der „Euthanasie“-Anstalt Bernburg der Kaufmann Maximilian Schmidt.

Im Unterschied zu den meisten der in Bernburg Getöteten war Schmidt jedoch nur kurze Zeit Psychiatriepatient gewesen. Eingewiesen hatte ihn das Sondergericht Halle durch ein Urteil vom 4. März 1940. Angeklagt wegen einer Reihe kleinerer Betrügereien galt Schmidt aber als „erheblich vermindert zurechnungsfähig“ und musste daher freigesprochen werden. Weil seine „Neigung zu Hochstapeleien“ – wie u.a. das Tragen eines NSDAP-Abzeichens bei einigen seiner Taten – „eine ständige Gefahr für die öffentliche Sicherheit sein“ würde, ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Heilanstalt an. Anhand des gerichtlichen Schriftwechsels mit der Mutter sowie dem ehemaligen Arbeitgeber zeigt der Vortrag den Weg Maximilian Schmidts in den Tod.

Vortrag von Michael Viebig, Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), zum Fall Maximilian Schmidt.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung “Justiz im Nationalsozialismus“.

Veranstaltungsort und -zeit

Mittwoch, 24. Oktober 2012
19:30 Uhr

Gedenkstätte Bernburg (Olga-Benario-Straße 16/18)
Bernburg

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