Ein Bernburger vor dem Kammergericht

Bernburg und die nationalsozialistische Justiz

Im Juli 1934 verurteilte das Berliner Kammergericht den Kommunisten Alfred Zeiseweis aus Bernburg wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Zuchthaus. Der Tischler – bis Herbst 1933 Leiter des illegalen KPD-Unterbezirkes Bernburg – hatte gemeinsam mit weiteren Kommunisten den Druck einer Sondernummer des KPD-Zentralorgans „Die Rote Fahne“ vorbereitet. Das Vorhaben wurde verraten. Daraufhin nahm die Geheime Staatspolizei Zeiseweis Mitte November 1933 fest.

Die Aburteilung von Zeiseweis ist typisch für politisch motivierte Verfahren gegen Bernburger im „Dritten Reich“. Das Bernburger Amtsgericht selbst verhandelte nur selten Fälle mit politischem Hintergrund. Dies oblag, wie der Vortrag zeigen wird, vorrangig auswärtigen Gerichten, wie dem Kammergericht oder den Sondergerichten Halle und Magdeburg, deren Sitzungen jedoch häufig in Bernburg stattfanden.

Vortrag von Dr. Alexander Sperk, Halle (Saale).

Eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung “Justiz im Nationalsozialismus“.

Veranstaltungsort und -zeit

Mittwoch, 10. Oktober 2012
19:30 Uhr

Amtsgericht Bernburg (Liebknechtstraße 2) 
Bernburg

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