Menschenrechte & Frauenrechte

Themenschwerpunkt in der Veranstaltungsreihe:
Engagiert für Frieden und Entwicklung

Seit der UN-Menschenrechtserklärung von 1948 gibt es zwar einen weitgehenden Konsens darüber, welche Rechte Menschen zugestanden werden müssen, die Realität sieht aber oft sehr anders aus. Freie Meinungsäußerung, das Recht auf körperliche Unversehrtheit, Schutz vor Diskriminierung und Folter, Bewegungsfreiheit, Nahrung, ärztliche Versorgung und Bildung sind nur einige Rechte, die oft ungenügend gesichert oder massiv verletzt werden.

Frauen sind besonders oft Opfer von Menschenrechtsverletzungen. In vielen Gebieten der Welt leben Frauen in patriarchalen Familien- und Clanstrukturen. Sie haben oft ungenügenden Zugang zu Bildung, Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen. Rund 70 Prozent der Ärmsten der Welt sind Frauen. Obwohl sie circa 66 Prozent der Arbeit erledigen und die Hälfte aller Lebensmittel produzieren, gehört ihnen jedoch nur ein Prozent des globalen Vermögens. Zwei Drittel aller Analphabeten weltweit sind weiblich.
Oft haben der geringe Bildungsstand, fehlende (sexuelle) Mitbestimmung bei der Familienplanung sowie massive Arbeitsüberlastung zur Folge, dass viele Frauen ihre Rechte nicht kennen. In solchen Kontexten setzt Menschenrechtsund Frauenrechtsarbeit an, mit dem Ziel, Menschen (Frauen und Männer) mit ihren Rechten bekannt zu machen, für die Rechte anderer zu sensibilisieren und dafür einzustehen.

Im Themenschwerpunkt „Menschenrechte & Frauenrechte“ wollen wir anhand von Vorträgen die Situation der indigenen Bevölkerung Mexikos (insbesondere in Chiapas) und der Roma in Deutschland näher beleuchten. Zwei weitere Vorträge beschäftigen sich mit der Frauenrechtsarbeit in Afghanistan und der Arbeit zur Minderung sexueller Gewalt im Kongo. Die eingeladenen ReferentInnen haben durch persönliches Engagement oder ihre Arbeit als Friedensfachkraft langjährige landesspezifische Kenntnisse und Erfahrungen. Sie werden Einblicke in die Konflikthintergründe und spezifischen Kontexte geben und von den Chancen und Herausforderungen der Menschenrechts- bzw. Frauenrechtsarbeit vor Ort berichten.

Wir laden ein zu Diskussionen und Einschätzungen über mögliche Perspektiven und Entwicklungen.

Die Reihe wird gemeinsam veranstaltet von Heinrich–Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und Friedenskreis Halle. Gefördert von der GIZ mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

MenschenrechtsbeobachterInnen im Einsatz

Am Beispiel des bewaffneten Konfliktes im mexikanischen Bundesstaat Chiapas wollen wir über die Funktion internationaler MenschenrechtsbeobachterInnen in solchen Konflikten diskutieren. Die Arbeit, die die Zivilbevölkerung schützen soll, folgt den Prinzipien der Nichteinmischung und Unparteilichkeit

18. April 2012, 19.30 Uhr, Halle (Saale)

Frauen in Afghanistan

Trotz der internationalen Verpflichtung, die Frauenrechte in Afghanistan zu fördern, sind afghanische Frauen immer noch weitgehend vom politischen Willensbildungsprozess und öffentlichen Strukturen ausgeschlossen. Wir laden zu einem Gespräch mit Raife Öksüz von der All Afghan Women Union.

14. Mai 2012, 19.30 Uhr, Halle (Saale)

Die Veranstaltung “Frauen in Afghanistan” findet am 15. Mai 2012 auch in Dessau-Roßlau statt.

„Antiziganismus ist Alltag…“

Vorurteile und Stereotype gegenüber Zigeunern sind weit verbreitet und werden in den Medien, in Politik und Gesellschaft nur selten kritisiert und in Frage gestellt. Nicht zuletzt geraten sie in den Fokus rechter Parteien, die die Verbreitung antiziganistischer Ressentiments forcieren.

18. Juni 2012, 19.30 Uhr, Halle (Saale)

Die Veranstaltung “Antiziganismus ist Alltag” findet am 19. Juni 2012 auch in Dessau-Roßlau statt.

Kein Land für Frauen?

Sexuelle Gewalt und Diskriminierung sind keineswegs rein afrikanische, sondern weltweite Probleme. Dennoch hat die Demokratische Republik Kongo den Ruf, „der schlimmste Ort für Frauen“ zu sein. Desiree Lwambo gibt Einblicke in die Hintergründe sexueller Gewalt und aktuelle Entwicklungen.

17. Juli 2012, 19.30 Uhr, Halle (Saale)

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