Wenn Ärzte töten

Film und Filmgespräch


„Es ist darum eine ungeheuerliche Empörung und Anmaßung des Menschen, Leben beenden zu dürfen, weil er mit seiner beschränkten Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift.“

Lothar Kreyssig, Brief an den Reichsjustizminister 1940


Als Vormundschaftsrichter setzte sich Lothar Kreyssig während der Naziherrschaft gegen die Ermordung seiner geistig behinderten Mündel ein und reichte 1940 Klage gegen die Naziregierung ein.

Der Psychiater Robert Jay Liften erforschte die Motive deutscher Ärzte, an den sogenannten Euthanasiemorden mitzuwirken. Im Dokumentarfilm „Wenn Ärzte töten“ (D 2009, 86 Min, Regie: Hannes Karnick und Wolfgang Richter) berichtet er im Rahmen eines Gesprächs von den Ergebnissen seiner Untersuchungen und unternimmt den Versuch „das Unerklärliche zu ergründen und zu verstehen, wie ‚normale‘ Ärzte zu Mördern werden …“.

Im Anschluss laden wir ein zu einem Filmgespräch mit Dr. Ute Hoffmann, Leiterin der Gedenkstätte für Opfer der NS-Euthanasie in Bernburg.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und des Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrums im Begleitprogramm zur Ausstellung “Lothar Kreyssig – Richter, Bauer, Kirchenmann“.

Veranstaltungsort und -zeit:

Donnerstag, 02. Februar 2012
19.30 Uhr

Stadtarchiv (Rathausstraße 1)
Halle (Saale)

Posted in Zeitgeschichte.