Die NS-Gesundheits- und Rassenpolitik und ihre Auswirkungen auf Halberstadt

Im Rahmen der Ausstellung zur NS-Justiz auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt spielt die Vermittlung von Kenntnissen über die Erbgesundheitsgerichte eine große Rolle. Bereits am 14. Juli 1933 erließ die Reichsregierung das „Gesetz zur Verhütung erbranken Nachwuchses“, auf dessen Grundlage in den Folgejahren viele tausend Verfahren zur Unfruchtbarmachung von Menschen geführt wurden, denen der Staat zunächst das Recht auf Fortpflanzung – später das Lebensrecht insgesamt – absprach: Neben einer ganzen Reihe psychischer Leiden konnten auch körperliche Krankheiten, wie erblich bedingte Blind- oder Taubheit, Mißbildungen usw. dazu führen, mittels eines operativen Eingriffes die Fortpflanzungsfähigkeit zu verlieren. Darüber entschieden Erbgesundheitsgerichte, die an fast jedem Landgericht gebildet wurden.

Erst im Mai 2007 ächtete der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ als typisches NS-Unrecht und unvereinbar mit dem Grundgesetz.

Frau Dr. Ute Hoffmann, langjährige Leiterin der Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“ in Bernburg, berichtet über das Halberstädter Erbgesundheitsgericht und dessen „Bilanz“.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung “Justiz im Nationalsozialismus“.

Veranstaltungsort und -zeit:

Mittwoch, 22. Februar 2012
19.30 Uhr

Gleimhaus Halberstadt (Domplatz 31)
Halberstadt

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