Justiz im Nationalsozialismus

Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes

Die Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“ dokumentiert die Rolle der deutschen Justiz in den Jahren 1933 bis 1945. Sie nennt die Namen von Tätern und Opfern, sie präsentiert Biografien des aktiven Mitwirkens an staatlichen Verbrechen ebenso wie Schicksale von Frauen und Männern als Objekte staatlicher Gewalt.

Der letzte Teil der Ausstellung zeigt exemplarisch den Umgang der Nachkriegsjustiz mit den Verbrechen deutscher Richter und Staatsanwälte.

Es spricht für sich, dass der Bundesgerichtshof erst 1995 – also ein halbes Jahrhundert später – die NS-Justiz als „Blutjustiz“ charakterisierte und selbstkritisch offen bekannte, dass die Verbrechen deutscher Richter und Staatsanwälte im Nationalsozialismus nicht aufgearbeitet wurden.

Den Flyer zur Ausstellung finden sie hier (pdf-Datei, 360 kb).

Die Ausstellung wird in der Zeit
vom 13. Dezember 2011 bis 24. Februar 2012
im Amtsgericht Halberstadt
(Richard-Wagner-Straße 52)
zu sehen sein.

Die Öffnungszeiten des Amtsgerichts finden Sie hier.


Die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und die Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) haben in Zusammenarbeit mit weiteren PartnerInnen ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt:

Fritz Bauer – Tod auf Raten.

Spannend wie ein Polit-Thriller und dabei sachlich exakt porträtiert der Dokumentarfilm „Fritz Bauer – Tod auf Raten.“ einen großen Querdenker. Wir laden zu einem Filmgespräch mit der Regisseurin Ilona Ziok und der Justizministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Angela Kolb. (weiterlesen)
18. Januar 2012 um 19.30 Uhr

Das ‚Berufsbeamtengesetz‘ vom 7. April 1933

Mit Hilfe des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entfernten die Nazis vor allem Juden, in nicht unbeträchtlicher Zahl aber auch politische Gegner der neuen Regierung, aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens. (weiterlesen)
25. Januar 2012 um 19.30 Uhr

Verfahren wegen ‚Verbotenen Umgangs mit Kriegsgefangenen‘

Die Strafverfahren wegen „Verbotenen Umgangs“ werfen ein bezeichnendes Bild auf die damaligen Lebensverhältnisse und die Straf- und Regulierungswut der NS-Behörden. Der Vortrag von Michael Viebig erläutert Entstehung und Auswirkung der Verordnung anhand von Verfahren der letzten drei Kriegsjahre in und um Halberstadt. (weiterlesen)
01. Februar 2012 um 19.30 Uhr

Die NS-Gesundheits- und Rassenpolitik und ihre Auswirkungen auf Halberstadt

Frau Dr. Ute Hoffmann, langjährige Leiterin der Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“ in Bernburg, berichtet über das Halberstädter Erbgesundheitsgericht und dessen „Bilanz“. (weiterlesen)
22. Februar 2012 um 19.30 Uhr



Allgemeines zur Ausstellung

Mit dieser Wanderausstellung gelingt eine intensive Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Justizgeschichte in Sachsen-Anhalt.

Die Ausstellung führt den Besuchern vor Augen, zu welchen Exzessen die Justiz in einem totalitären System fähig sein kann. Die in Niedersachsen konzipierte Wanderausstellung wurde um eine Vielzahl regionaler und lokaler Aspekte erweitert. Entstanden ist eine Ausstellung, die den Blick auf die Region lenkt.

Die Justiz stellt sich damit ihrer Vergangenheit. Sie benennt Unrecht, gibt Opfern ein Gesicht und zeigt, wie einzelne Richter agierten. Gelungen ist dies, weil Juristen, Historiker und Vertreter von Vereinen und Verbänden auf Initiative der Veranstalter gemeinsam geforscht haben. So ist in den Jahren 2008 und 2009 eine breit gefächerte Ausstellung zusammen getragen worden, die jetzt – wiederum ergänzt – in Halberstadt gezeigt wird.

Die Ausstellung stellt das Justizsystem zur Zeit des Nationalsozialismus dem Rechtsstaat in der Demokratie gegenüber. Sie klärt auf und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus.

Die Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes. Sachsen-Anhalt“ wurde in den Jahren 2008 und 2009 von regionalen Arbeitsgruppen in Magdeburg, Halle (Saale), Dessau-Roßlau, Hansestadt Stendal und Naumburg (Saale) produziert und an allen Landgerichten sowie im Gebäude des Oberlandesgerichts Naumburg präsentiert. Die wissenschaftliche Leitung lag bei der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale). Das Projekt griff dabei zunächst auf eine Wanderausstellung der Gedenkstätte Wolfenbüttel – Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten – zurück und wurde von dort unterstützt.

Die Fortsetzung der Wanderausstellung und die Realisierung des Begleitprogramms sind ein Kooperationsprojekt des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, der Stiftung Rechtsstaat Sachsen- Anhalt und weiterer Partner.

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