Eltern als Bildungspartner

Fachtagung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt in Kooperation mit Arbeit und Leben Bildungsvereinigung Sachsen-Anhalt e.V. und der Hochschule Magdeburg-Stendal

Eltern und Kindertagesstätten sind zum einen Partner in Erziehungsfragen. Dieses Rollenverständnis hat sich inzwischen unter dem Begriff Erziehungspartnerschaft durchgesetzt.

Die Partnerschaft umfasst aber weit mehr als das. Beide Seiten legen auch gemeinsam die Basis für die Bildungsbiografien von Kindern und gehen damit eine Bildungspartnerschaft ein. Mit diesem Grundverständnis von Eltern und Kindertagesstätten als Bildungspartner tragen ErzieherInnen in den Einrichtungen Sorge dafür, dass „Expertenwissen“ beider Seiten für Lerngelegenheiten im Alltag einfließen kann. Sie kommunizieren Handlungs und Bildungskonzepte und entwickeln diese gemeinsam weiter.

Die Tagung „Eltern als Bildungspartner“ bietet allen in der Elementarpädagogik Tätigen Anregungen für ihr professionelles Handeln zur Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Fachkräften und Müttern und Vätern.

Den Flyer zur Tagung finden sie hier (pdf-Datei, 150 kb).

Um Anmeldung per Mail unter info@boell-sachsen-anhalt.de wird bis zum 22. September 2011 gebeten, da wir unangemeldeten TeilnehmerInnen keinen Platz garantieren können.
Für die Tagung wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 40 Euro erhoben.

Die Fachtagung ist als Bildungsveranstaltung (AZ 505.3.4-53502/11/0312) vom Landesverwaltungsamt anerkannt.

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 04. Oktober 2011
10.30 bis 17.30 Uhr

Stadthaus (Am Marktplatz 2)
Halle (Saale)


Programm

10.30 Uhr
Begrüßung
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt

10.40 Uhr
Grußwort Katharina Brederlow
Leiterin Amt für Kinder, Jugend und Familie Halle (Saale)

10.50 Uhr
Einführung
Arbeit und Leben Bildungsvereinigung Sachsen-Anhalt e.V.

11.00 – 13.00 Uhr
Stärkung des Bildungsortes Familie
Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis
(Erziehungswissenschaftler und Psychologe, Projektleiter “Natur-Wissen schaffen” an der Universität Bremen)

Das Projekt Natur-Wissen schaffen an der Universität Bremen, das von der Telekom-Stiftung unterstützt wird, beschäftigt sich neben der Qualifizierung der Arbeit in der Kindertageseinrichtung mit der Möglichkeit, Eltern für die Bildungsprozesse ihrer Kinder zu sensibilisieren und sie in Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften darin zu stärken, gemeinsam mit den Kindern Lerngelegenheiten im Alltag aufzugreifen.
Der Lernort Familie ist für die Entwicklungsförderung von Vorschulkindern bisher noch wenig beachtet worden. Der Leiter des Projektes stellt in seinem Hauptreferat Forschungsergebnisse über die Kompetenzentwicklung von Eltern dar und erläutert den Einsatz von Materialien für Mütter und Väter, die die Gestaltung gemeinsamer Interaktionen mit den Kindern fördern und begleiten sollen.

anschließend
Kind – Familie – Kita
Wie kann die Partnerschaft gelingen?

Panel mit Eltern, Fachkräften und Trägervertretern
Moderation Prof. Dr. Annette Schmitt
(Hochschule Magdeburg-Stendal, Professorin für Bildung und Didaktik im Elementar-bereich)

Imbiss – Pause – für Austausch und Gespräche

14.00 – 16.00 Uhr World-Café
Bildungspartnerschaft in Sachsen-Anhalt
An-Leitung: Dr. Frauke Mingerzahn (Hochschule Magdeburg-Stendal, Studiengangs-leiterin „Bildung, Betreuung und Erziehung im Kindesalter“) mit Studierenden der Hochschule Magdeburg-Stendal

Im Gespräch mit anderen TeilnehmerInnen im World-Café werden die eigenen Erfahrungen in der Kita-Praxis in Bezug auf Bildungspartnerschaften deutlich und eine Standortbestimmung möglich.
Auch VertreterInnen von Kind-Eltern- Zentren bringen ihre Perspektiven ein. So ergibt sich ein Einblick in den konkreten Erfahrungsschatz der Zusammenarbeit mit den Eltern aus unterschiedlichsten Perspektiven. Schließlich geht es auch um die Potentiale, Ideen und Schritte gelingender Bildungspartnerschaften in den Kitas der Zukunft in Sachsen-Anhalt.
Die Tische des World-Café werden u.a. von erfahrenen FrühpädagogInnen der Hochschule Magdeburg-Stendal vorbereitet und moderiert. Die TeilnehmerInnen haben in wechselnden Gesprächsrunden die Möglichkeit, sich über ihre Rolle in der Zusammenarbeit mit den Eltern auszutauschen.

kurze Kaffeepause

16.30 – 17.00 Uhr
Mütter und Väter als Experten?
Herausforderungen an eine ungleiche Partnerschaft
Dr. Inés Brock
(Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, MAPP-Institut Magdeburg)

Die Zusammenarbeit mit Müttern und Vätern in der Kindertagesstätte erfordert eine aktive zwischenmenschliche Beziehungsgestaltung, die von gegenseitiger Akzeptanz geprägt sein sollte. Der Vortrag widmet sich den psychodynamischen Hintergründen, die zwischen ErzieherInnen und Eltern wirken. 
Dabei geht es um die Asymmetrie im Verhältnis zur pädagogischen Fachkraft und sich daraus ergebende Ambivalenzen, die auch ein Machtgefälle begründen können. Insbesondere die Unterschiedlichkeit der Zugänge zum Kind werden thematisiert. Ein sensibler Umgang mit gegenseitigen Erwartungen, Ängsten und Befürchtungen und ein vorurteilsfreier Umgang mit den Bedürfnissen von Eltern gehören zu einer akzeptierenden Erziehungspartnerschaft, die die Entwicklung des Kindes fördert.

Abschlussmoderation

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