Fortschritt oder Dammbruch?

Nach der Bundestagsentscheidung zur PID

Im Juli hat sich die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten in der Frage der Präimplantationsdiagnostik (PID) für eine gesetzliche Regelung entschieden, die dieses Verfahren in begrenztem Rahmen freigibt. Die Entscheidung obliegt dabei nicht den betroffenen Eltern und ihren behandelnden Ärzten allein. Das Gesetz schreibt sowohl die Prüfung des Einzelfalls durch eine Ethikkommission als auch verpflichtende Beratungsgespräche vor. Beschlossen wurde damit der am weitesten in Richtung kontrollierter Zulassung gehende Gesetzesvorschlag.

Die Befürworter sehen vor allem die Rechtssicherheit für die behandelnden Ärzte und die betroffenen Eltern hergestellt. Paare mit genetischer Vorbelastung erhalten eine Chance, eigene Kinder zu bekommen, die Gefahr von erblich bedingten Fehl- und Totgeburten wird verringert.

Kritiker befürchten hingegen tief greifende gesellschaftliche Veränderungen: Eltern von behinderten Kindern geraten zunehmend unter Rechtefertigungsdruck und Embryonen könnten zukünftig nach anderen, nicht krankheitsverursachenden Merkmalen ausgewählt werden. Ein Dammbruch wird erwartet, vergleichbar mit den Entwicklungen bei der Pränataldiagnostik.

Was bedeutet die Entscheidung des Bundestags für die Zukunft? Darüber diskutieren:

Veranstaltungsort und -zeit:

Montag, 05. September 2011
19.00 Uhr

Stadthaus (Kleiner Saal, Marktplatz 2)
Halle (Saale)

Prof. Dr. Wolfgang van den Daele
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