Politischer Umbruch im Jemen

Traditionelle Strukturen und Sehnsucht nach Demokratie

Seit Jahresbeginn ist die jemenitische Gesellschaft mit Bildern von Demonstrationen junger Menschen und deren Zusammenstöße mit bewaffneten Gruppen ins Blickfeld Europas gerückt. Die Spannungen an sich sind kein neues Phänomen, jedoch zeigt der öffentlich bekundete Wille zum Wandel und zur Mitbestimmung ein neues, junges Gesicht des Jemen.

Wir wollen zum einen über die politischen Akteure in einem stark von Stämmen bestimmten Land, über ihre möglichen Ziele und die dahinter stehenden ausländischen Interessen informiert werden. Zum anderen kann diese Entwicklung nur in Verbindung mit der traditionellen Gesellschaftsstruktur des Landes an der Südspitze der arabischen Halbinsel betrachtet werden. Auch ist der Jemen Zielland zahlreicher staatlicher und nichtstaatlicher Entwicklungsorganisationen Europas, wobei Infrastrukturprojekte und Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erschließung des Landes, welches in der Antike einstmals als Hochkultur bezeichnet werden konnte, eine große Rolle spielen. Welche Perspektiven bieten sich dem Land angesichts all dieser Faktoren?

Zu Gast sind:

Christian Hauke (freiberuflicher Berater zur arabischen Welt z.B. für die GIZ)
M.A. in Arabistik, Politikwissenschaft, Philosophie (Universität Leipzig), 2006 am Goethe Institut in Kairo, 2006 bis 2009 als Kulturmanager im Jemen
Thema: politische Akteure im Jemen

Dr. Hanne Schönig (Zentrum für interdisziplinäre Regionalstudien der MLU)
Studium von Islamwissenschaft, romanischen und orientalischen Sprachen Uni Mainz, terminologisch-ethnographische Veröffentlichungen, Feldforschungsaufenthalte im Jemen, 1995 bis 1999 wissenschaftliche Referentin am Orient-Institut Beirut
Thema: Die traditionelle Gesellschaftsstruktur und Frauen im Jemen

Heiner Walther (Orientalist und Jemen-Spezialist)
Studium der Orientalistik in Halle, Lektor am Orientalischen Institut der Uni Leipzig, arbeitet heute als freiberuflicher Studienreiseleiter für die arabischen Länder, Arabisch-Übersetzer und entwicklungspolitischer Tutor für verschiedene Organisationen, z.B. GIZ, Bad Honnef
Thema: Wirtschaft und Entwicklungshilfe im Jemen

Dr. Sara Binay (Arabistin und Interkulturelle Trainerin, Halle)
Moderation

Eine Veranstaltung im Rahmen unserer Reihe ORIENTations – Umbruch in der arabischen Welt – eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und des Friedenskreises Halle e.V. mit Unterstützung von Alumni Halenses. Gefördert durch den Katholischen Fonds.

Veranstaltungsort und -zeit:

Mittwoch, 15. Juni 2011
18.30 Uhr

Universitätsplatz (Löwengebäude, Hörsaal XIII)
Halle (Saale)

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