Mauerbau, Grenze und Militarisierung in der DDR

Mit der Konferenz soll an den 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer erinnert werden. Auch wenn die Ereignisse des 13. August 1961 vor allem Berlin betrafen, stehen sie doch für die Abschottung der DDR im Ganzen und den stetigen Ausbau des Grenzregimes. Die Konferenz möchte das Grenzregime, seine Opfer und die mit dem Ausbau der Grenze verbundene Militarisierung der DDR als wichtigen Teil der Alltagsgeschichte thematisieren. Es soll die Präsentation neuer Forschungen mit der Vorstellung bereits veröffentlichter Untersuchungen verbunden werden. Methodisch verfolgen die Veranstalter einen Zugang, der das Verständnis für die Verbindungen zwischen Repressions- und Alltagsgeschichte schärfen möchte. Auf der Ebene der politischen Bildung sollen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger den neuesten Stand der Forschung präsentiert bekommen und die Möglichkeit haben, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

24. bis 26. Juni 2011
Magdeburg, Großer Senatssaal der Otto-von-Guericke-Universität

(Universitätsplatz 2, Campus, Gebäude 5)

VeranstalterInnen:

  • Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
  • Militärgeschichtliches Forschungsamt Potsdam
  • Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Berlin
  • Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt

Zielgruppe:

Die Konferenz richtet sich vor allem an die wissenschaftliche Öffentlichkeit und an Multiplikatoren der historisch-politischen Bildung, insbesondere Lehrerinnen und Lehrer sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Programm


Freitag, 24. Juni 2011

13:00 Uhr Grußworte

Stephan Dorgerloh (Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt)

Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann (Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

13.25 Uhr Eröffnung der Tagung

Prof. Dr. Silke Satjukow (OvGU Magdeburg)

Sascha Möbius (Leiter der GDT Marienborn)

Panel I (Einführung): Gesellschaft und Militarisierung in der SBZ / DDR
(Moderation: Dr. Gerhard Groß, MGFA Potsdam)

13:30 Uhr Podiumsdiskussion zur Einführung
Mauerbau, Grenze und militarisierter Staat
Prof. Dr. Thomas Großbölting, WWU Münster und Dr. Jochen Staadt, FU Berlin

14:30 Uhr Die DDR und ihre Grenze in der historischpolitischen Bildungsarbeit
Dr. Peter Lautzas, Vorsitzender des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V.

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr Filmvorführung und Diskussion mit Filmemachern und Zeitzeugen
„Es gab kein Niemandsland – Ein Dorf im Sperrgebiet“
Hans Sparschuh und Rainer Burmeister

17:30 Uhr Abendessen

19:00 Uhr Otto-von-Guericke-Vorlesung (Hörsaal 3, Große Steinernetischstraße 6)
Mauerbau, Grenze und DDRismus
Lutz Rathenow, Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Schriftsteller


Samstag, 25. Juni 2011

Panel II: Militarisierung der Gesellschaft
(Moderation: PD Dr. Matthias Rogg, MHM Dresden)

09:15 Uhr Besetzung und Besatzung: die SBZ und DDR als Besatzungsgebiet
Prof. Dr. Silke Satjukow, OvGU Magdeburg

10:00 Uhr Militarisierung als Bestandteil des Systems der Landesverteidigung im Warschauer Pakt
Dr. Torsten Diedrich, MGFA Potsdam

10:45 Uhr Kaffeepause

11:15 Uhr Die Geschichte der NVA: Mythen und Legenden im Spiegel der historischen Forschung
Dr. Rüdiger Wenzke, MGFA Potsdam

12:00 Uhr Diktaturdurchsetzung und Diktaturfolgen. Überlegungen zur sozialistischen Wehrerziehung und geheimpolizeilichen Überwachung im SED-Staat
Dr. Clemens Heitmann, Leiter der BStU-Außenstelle Chemnitz

12:45 Uhr Mittagessen

Panel III: Grenzregime, Repression und Alltag an der Grenze
(Moderation: Rainer Potratz, LAkD Potsdam)

15:00 Uhr Mauerbau und Grenzregime: Überblick über Kontroversen und Forschungen
Dr. Hans-Hermann Hertle, ZZF Potsdam

15:45 Uhr Das Zusammenwirken der DDR-Organe bei der „Absicherung“ der Grenzbezirke am Beispiel des Bezirkes Magdeburg
Daniel Bohse, Universität Halle-Wittenberg


Sonntag, 26. Juni 2011
(Moderation: Prof. Dr. Silke Satjukow, OvGU Magdeburg)

09:00 Uhr Individuelle Schicksale und erlittene Repression im Schatten der Grenze am Beispiel des Bezirks Magdeburg
PD Dr. Kerstin Dietzel, OvGU Magdeburg

09:45 Uhr Alltag und Repression im Grenzgebiet
Achim Walther, Grenzdenkmalverein Hötensleben

10:30 Uhr „Marxismus-Leninismus“ zwischen Gesellschaftsanalyse und Freund-Feind-Denken
Sascha Möbius, Leiter der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

11:15 Uhr Abschlussdiskussion

Imbiss

Es wird eine Publikation der Tagung geben.


Anmeldungen bis 20. Juni 2011
per Post an folgende Adresse:

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Institut für Geschichte, Sekretariat Frau Fischer
Zschokkestraße 32, 39104 Magdeburg

oder telefonisch und per mail:
Tagungsorganisation: Christian Vaterodt
Tel.: 0177-405 490 7
Mail: christian.vaterodt@st.ovgu.de

Teilnahmegebühr:
15 EUR, Ermäßigung 10 EUR für Studierende und ehemalige politisch Verfolgte. Die Teilnahmegebühr ist am Veranstaltungstag gegen Quittung in bar zu entrichten.

Hinweise der Veranstalter:
Die Verpflegung während der Veranstaltung ist kostenlos. An- und Abfahrtskosten sowie Übernachtungskosten können von den Veranstaltern nicht erstattet werden.

Anerkennung als Lehrerfortbildung:
Die Veranstaltung ist als Fortbildungsveranstaltung weiterer Träger für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt unter der Nummer WT 2011-300-41 LISA anerkannt.

Anreise

Mit der Bahn:
Bis Hauptbahnhof, dann Straßenbahn Nr. 1 (Richtung Lerchenwuhne) von der Haltestelle „City-Carré / Hauptbahnhof“ (rechts neben dem Hauptbahnhof in der Ernst-Reuter-Allee) bis Haltestelle „Universität“

Mit der Straßenbahn:
Straßenbahnen Nr. 1, 8, 9, 10 bis Haltestelle „Universität“

Mit dem Auto:
Bis Hohenstaufenring, auf dem Gelände des Campus der Universität befinden sich mehrere Parkplätze.

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