Angriff von Rechtsaußen

Wie Neonazis den Fußball missbrauchen

Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FC Lok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechtsradikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.

Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Vortrag gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet er Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und er plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung zu selten bewusst ist.

Ronny Blaschke arbeitet als freier Autor für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und das Deutschland-radio. Sein Buch „Im Schatten des Spiels“ (2007) wurde als bestes „Fußballbuch des Jahres“ ausgezeichnet. Das Medium-Magazin kürte ihn 2009 zum „Sportjournalisten des Jahres“.
Im Mai erscheint Blaschkes neues Buch „Angriff von Rechtsaußen“ im Verlag Die Werkstatt.

Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung “Doppelpässe – wie die Deutschen die Mauer umspielten” (mehr Informationen: www.fussball-ohne-gewalt.de)

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 10. Mai 2011
19.00 Uhr

Galerie am Domplatz (Domplatz 6)
Halle (Saale)

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