Die ägyptische Revolution

Voraussetzungen, Abläufe, Prognosen

Nach dem Auftakt durch die tunesische Jasmin-Revolution stellt Ägypten wohl das faszinierendste und das zugleich am hoffnungsvollsten stimmende Beispiel für eine friedliche Revolution in der arabischen Welt dar. Die heterogene ägyptische Gesellschaft verfügt über starke partizipative Traditionen und bereits unter dem Mubarak-Regime fand insbesondere unter Richtern ein Diskurs über Verfassungsfragen und Gewaltenteilung statt. Trotz des gemeinsam erkämpften Endes des alten Regimes verlaufen innere Spannungen in Ägypten an der Bruchlinie zwischen Christen und Muslimen. Zudem ist Ägypten ein wichtiger Handelspartner Europas und kann in dieser Hinsicht als Tor zur arabischen Welt gesehen werden.

Zu Gast sind:

Björn Bentlage (Orientalisches Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Studium von Islamwissenschaft, Orientalistik und Germanistik in Bochum, Veröffentlichung zum ägyptischen Richterclub und zu medizinethischen Fragen in Ägypten
Thema: Recht und Verfassung in Ägypten

Dr. Johann Büssow (Sonderforschungsbereich „Differenz und Integration“ der Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg)
Studium von Islamwissenschaft, Politik und Judaistik in Bonn, Berlin und Kairo, Veröffentlichungen zur islamischen Theologie sowie zur Sozialgeschichte im Orient des 19./20. Jahrhunderts, 2008 Ernst-Reuter-Preis für seine Dissertation zu diesem Thema
Thema: Ägyptens Rolle in der Regionalpolitik, insbes. im Hinblick auf den Palästinakonflikt

Isabel Förster (M.A. Islamwissenschaft und Arabistik, Halle)
langjährige Aufenthalte in Ländern Nordafrikas, Studienschwerpunkte: Identitätsdiskurse, Stellung der Frau, Radikalismus in der arabischen Welt
Thema: Die Rolle der Muslimbruderschaft in Ägypten

Walid Abd El Gawad (Doktorand am Orientalischen Institut der Uni Leipzig)
Studium von Islamwissenschaft und Germanistik in Kairo, M.A. Islamwissenschaft und Arabistik am Orientalischen Institut der Uni Leipzig, Preis des Deutschen Akademischen Austauschdiensts 2009, Forschungsprojekt zum islamischen Reformdiskurs im Ägypten des 20. Jahrhunderts
Thema: Ägypten und der Westen/Zusammenleben der Religionen in Ägypten

Dr. Sara Binay (Arabistin und Interkulturelle Trainerin, Halle)
Moderation

Eine Veranstaltung im Rahmen unserer Reihe ORIENTations – Umbruch in der arabischen Welt – eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und des Friedenskreises Halle e.V. mit Unterstützung von Alumni Halenses. Gefördert durch den Katholischen Fonds.

Veranstaltungsort und -zeit:

Mittwoch, 27. April 2011
18.30 Uhr

Universitätsplatz (Löwengebäude, Hörsaal XIII)
Halle (Saale)

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