Leben im (Ex-)Kriegsgebiet

Themenschwerpunkt in der Veranstaltungsreihe: 
Engagiert für Frieden und Entwicklung

In Afghanistan herrscht Krieg, im Sudan soll eine Landesteilung endlich für etwas Frieden sorgen und im Kosovo und in Ruanda wird noch ein Umgang mit den gewaltvollen Auseinandersetzungen aus den Neunzigern gesucht. Trotz so verschiedener Konflikthintergründe haben die Beispiele eines gemein: Die Bevölkerung organisiert ihren Alltag in (Ex-) Kriegsgebieten und muss Wege finden, um Erlebtes zu verarbeiten und das Leben wieder lebenswert zu gestalten. Sie muss den sozialisierten Hass und die Gewalt gegen andere Bevölkerungsteile überwinden, sich neu orientieren und zum Teil neu definieren.

In unseren Veranstaltungen wird der Blick auf jene gerichtet, die nicht Kriegsherren sind, wohl aber inmitten des Gefechtes stehen. Wir wollen auf den Lebensalltag, die Probleme und die Einstellungen der Menschen vor Ort schauen und so auch einen vergleichenden Blick auf die Lebensbedingungen in verschiedenen Konfliktregionen rund um den Globus werfen. Dabei werden Ansätze vorgestellt, wie mit den bestehenden Konflikten und Traumata umgegangen wird.

Die eingeladenen ReferentInnen haben durch ihre Arbeit als Friedens- und Entwicklungsfachkräfte langjährige landesspezifische Kenntnisse sammeln können. Sie geben in ihren Vorträgen Einblicke in die Lebenssituation der Menschen, liefern Hintergründe zur Landesgeschichte und zur aktuellen Konfliktsituation und berichten von Projekten im Rahmen der zivilen Friedensarbeit vor Ort.

Wir laden ein zu Diskussionen und Einschätzungen über mögliche Perspektiven und Entwicklungen.
Im zweiten Halbjahr 2011 wird die Reihe „Engagiert für Frieden und Entwicklung“ mit dem Themenschwerpunkt „Konflikte um Ressourcen“ fortgesetzt.

Die Reihe wird gemeinsam veranstaltet von Friedenskreis Halle e.V. und Heinrich–Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt. Gefördert durch die GIZ GmbH sowie der Stiftung Nord-Süd-Brücken mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Krieg vor der Haustür

Kriegerische Auseinandersetzungen und Militär, das sind die Hauptakteure bei der medialen Berichterstattung aus Afghanistan. Die afghanische Bevölkerung hingegen findet kaum Beachtung. Corlina Brinkmann gibt in ihrem Vortrag einen Einblick in das alltägliche Leben der Bevölkerung.
30. März 2011, 19.30 Uhr, Halle (Saale)

Die Veranstaltung „Krieg vor der Haustür“ findet am 31. März 2011 auch in Dessau-Roßlau statt.

Frieden durch Teilung

Die Bevölkerung des Südsudan stimmte im Januar nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen über ihre Abspaltung vom Norden ab. Die Gründe für die kriegerischen Auseinandersetzungen waren vielfältig, die Menschen die Leidtragenden. George Wanjala, zivile Friedenskraft und Projektevaluator, gibt einen Einblick in den Lebensalltag der vom Krieg zermürbten Menschen.
14. April 2011, 19.30 Uhr, Halle (Saale)

Frauen und Mädchen im Krieg

Viele Frauen sind nach dem Balkankrieg von 1991 bis 1995 durch die Ereignisse traumatisiert. Sie wurden misshandelt, man brannte ihre Häuser nieder, zerstörte Felder und tötete Männer und Jungen. Margit Spindeler, die traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten unterstützt, schildert ihre Einblicke in den Lebensalltag der Frauen im Kosovo.
Mittwoch, 18. Mai 2011, Halle (Saale)

Die Veranstaltung „Frauen und Mädchen im Krieg“ findet am 19. Mai 2011 auch in Dessau-Roßlau statt.

Leben nach dem Genozid

Ruanda gehört zu den aufstrebenden Ländern Afrikas. Das Land hat aber eine blutige Geschichte und die Menschen sind durch Gewalt und Verfolgung gezeichnet. Heide Rieder, langjährig in Ruanda aktiv gewesen, gibt einen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung und erklärt, wie diese und internationale Akteure momentan und zukünftig mit der blutigen Geschichte umgehen.
30. Juni 2011, 19.30 Uhr, Halle (Saale)

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