Das Wirtschaftssystem der DDR

Ein Sozialstaat auf Pump?

Die Zerstörungen des Krieges und erhebliche Reparationsleistungen waren keine besonders guten Startbedingungen für die Wirtschaft in der sowjetischen Besatzungszone. Im Gegensatz zur Bundesrepublik im Westen gab es keine großzügige Unterstützung durch die Alliierten. Die DDR-Wirtschaft brauchte bis weit in die 50iger Jahre, um den Leistungsstand der Vorkriegszeit zu erreichen. Bereits damals legte man den Grundstein für eine Produktion
ohne Rücksicht auf Mensch und Natur.

Das Hauptproblem der sogenannten Planwirtschaft stellte die massive zentrale Steuerung dar. Die in 5-Jahresplänen organisierte Wirtschaft war außerstande, auf kurzfristige Veränderungen zu reagieren. Das System lebte insgesamt auf Pump, denn die Ausgaben des Staates waren deutlich höher als seine Einnahmen. Das Heranziehen aller vorhandenen Arbeitskräfte sorgte für Vollbeschäftigung, allerdings bei sehr niedriger Produktivität. War die DDR unter diesen Bedingungen ökonomisch auf Dauer überlebensfähig? Hat erst der Systemwechsel den Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft verursacht oder die bereits vorhandene Dynamik nur beschleunigt?

Vortrag und Diskussion mit Dr. Matthias Judt (Zentrum für zeithistorische Forschung, Potsdam) im Rahmen der Reihe “Schön war die Zeit…?”.

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 08. Februar 2011,
19.30 Uhr

Stadtmuseum (Christian-Wolff-Haus, Große Märkerstr. 10)
Halle (Saale)

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