Journalismus in der Krise?

Lesung und Gespräch mit Tom Schimmeck

Im Frühjahr 2010 erschien im Westend-Verlag Tom Schimmecks Buch „Am besten nichts Neues. Medien, Macht und Meinungsmache“, das sich mit der Krise des Journalismus beschäftigt: Der Mut der Presse schwindet, Journalisten und Redakteure stehen immer mehr unter Druck. Konzerne sparen Verlage und Sender zu Tode, und PR-Profis steuern die Themen.

Während Zeit und Geld ständig knapper werden, in den Redaktionen und Korrespondenzbüros immer weniger Leute die gleiche Menge an Arbeit machen, wächst in Wirtschaft und Politik die Macht und Zahl der Spin-Doktoren, PR-Consultants, Agendasetter, Werber, Imageberater, Marktforscher, Eventmanager und Mediencoaches. Meinungen und Stimmungen werden gegen Geld von Profis gemacht. Ihre perfekt designten Bilder und Botschaften zielen direkt auf die Massen. Der unabhängige Journalist ist nur noch Störfaktor. Tom Schimmeck, seit dreißig Jahren Journalist für führende Medien, beschreibt Mechanismen der Gleichschaltung und Ursachen der Misere. Seine Bestandsaufnahme unserer defekten Öffentlichkeit zeigt: Wenn wir nicht bald irgendwo zwischen Putin und Berlusconi landen wollen, brauchen wir mehr denn je eine unabhängige, kritische vierte Gewalt im Staat.

Tom Schimmeck arbeitet als freier Autor für die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, den Deutschlandfunk, den NDR und viele andere Medien. Er war Mitbegründer der taz und Redakteur und Reporter bei Tempo, Spiegel, profil und Die Woche. 2007 erhielt er den Otto-Brenner-Preis, 2008 den Ernst-Schneider-Preis und 2009 den Deutschen Sozialpreis. Er lebt im Wendland.

Wir laden im Rahmen des Grünen Salons zu einer Lesung und einem Gespräch mit Tom Schimmeck, Moderation Vladimir Balzer (MDR Figaro).

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 24. August 2010,
20.00 Uhr

Ökoase (Kleine Ulrichstraße 2)
Halle (Saale)

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