“…das gesunde Volksempfinden gröblichst verletzt”

“Verbotener Umgang mit Kriegsgefangenen” im Sondergerichtsbezirk Halle (Saale)

Das Sondergericht Halle verhandelte in den Jahren 1940 bis 1945 in mehr als 500 Fällen wegen sogenannten Verbotenen Umgangs mit Kriegsgefangenen. In der Mehrzahl waren Frauen angeklagt, weil sie Freundschafts- oder Liebesbeziehungen zu Kriegsgefangenen aufgenommen hatten, jedoch finden sich unter den Verurteilten auch deutsche Arbeitskollegen der Kriegsgefangenen sowie deren eigene Landsleute, die sich als zivile Zwangsarbeiter in Mitteldeutschland befanden.

Zwei Absolventen des Abiturjahrganges 2008, Paul Schrader und Philipp Schreyer, befassten sich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Bereich Kultur in der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) ein Jahr lang mit den entsprechenden Akten des Sondergerichtes Halle und präsentieren im Rahmen dieser Veranstaltung ihre Ergebnisse.

Gedenkveranstaltung anlässlich des Gedenktages der Bundesrepublik Deutschland an die Opfer des Nationalsozialismus mit einer Präsentation der Ergebnisse des gemeinsamen Projektes der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt:

Es sprechen:

  • Prof. Dr. Angela Kolb (Ministerin der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt)
  • Oliver Paulsen (Geschäftsführer der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt)
  • Dr. Kai Langer (Stellv. Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt)
  • Paul Schrader, Philipp Schreyer (Autoren)

anschließend Kranzniederlegung

Die Projektergebnisse wurden in Form einer Broschüre veröffentlicht: “…das gesunde Volksempfinden gröblichst verletzt”

Veranstaltungsort und -zeit:

27. Januar 2010
10.00 Uhr

Gedenkstätte ROTER OCHSE (Am Kirchtor 20b)
Halle (Saale)



Posted in Spurensuche, Zeitgeschichte.