Opposition

OppositionVor 1989 war alles Opposition: Haarschnitt und Jeans, der andere Fernsehsender und das andere Magazin, Wehrdienst ohne Waffe und Jugend ohne Weihe, der Wunsch nach Informationen und der nach echter Wahl, Kirchenkreis und Kreistanz, Neugier und Witz. Alles richtet sich gegen den normierenden Staat, der ein Menschen- und Gesellschaftsbild wissenschaftlich erarbeitet hatte und planmäßig durchzusetzen versuchte. Die kleine und die große Opposition im Alltag und in den Demonstrationen des Herbstes 1989 brachten diesen Staat ohne Demokratie zu Fall.

Danach wird die Revolutionärin, wird der Revolutionär wieder: müde. Er hat ja die Diktatur gestürzt und seine Demokratie erreicht, muss da Opposition dann wirklich noch sein? Müssen wir nicht jetzt alle an einem Strang ziehen? Welche Wertschätzung erhält die Opposition in der jungen Demokratie? Wie nimmt sie selber ihre Rolle an? Wie macht sie sich selber wertvoll?

Aus dem Projekt “Demokratie buchstabiert” der Heinrich-Böll-Stiftungen zum Jubiläum der Herbstereignisse 1989.

Kommentar:

Opposition
von Peter Hettlich

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