Engagement

von Claudia Dalbert

Engagement meint Eintreten für eine Gemeinschaft, meint Zeit und Mühen aufbringen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, nämlich das Ziel, dass es der Gemeinschaft besser geht, dass es in ihr gerecht zu geht, dass keiner zurückgelassen wird.

Wer engagiert sich? Menschen, die dazu gehören, die Würde, Respekt und Toleranz von der Gemeinschaft erfahren und Unterstützung, wenn sie ihrer bedürfen. Warum engagieren sich manche nicht? Weil sie Ausgrenzung und Herabwürdigung erfahren, sich allein gelassen und ungerecht behandelt fühlen. Weil sie nicht dazu gehören. Weil es auf sie nicht ankommt.

Klientelpolitik in Form von Steuergeschenken, sozial ungerecht verteilte Bildungschancen, Leben auf Kosten der nachkommenden Generationen. Wichtig scheinen nur einige wenige!

Und in Ostdeutschland: Weniger Lohn, höhere Arbeitslosigkeit, mehr Kinderarmut, unterschiedliche Rentenberechnungen. Immer noch kein gleichwertiges Mitglied der Gemeinschaft? Gefühlte pauschale Herabwürdigung des Lebens in der DDR: Viele fühlen sich um ihre Lebensleistung betrogen und in ihrer Würde herab gesetzt.

Das ist eine Herausforderung für uns alle: JedeR ist wichtig und verdient Respekt, Gerechtigkeit und Würde. JedeR ist ein wertvoller einzigartiger Mensch. Dass muss unsere Botschaft sein an alle, die uns begegnen, nicht nur in Worten, vor allem in Taten, im gemeinsamen Engagement für eine gerechte Gesellschaft!


Claudia Dalbert, 1954 geboren in Köln, studierte von 1973-1979 Psychologie an der Universität Trier, promovierte 1987, habilitierte 1995 an der Universität Tübingen zu dem Thema „Über den Umgang mit Ungerechtigkeit“. Sie ist seit 1998 Professorin für pädagogische Psychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2007 engagiert sie sich als Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und ist seit 2008 Landesvorsitzende Sachsen-Anhalt. Sie beschäftigt sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit weiterhin mit Ungerechtigkeitserfahrungen.

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