Schwulsein in der DDR

Schwulsein in der DDROffiziell demonstrierte die DDR einen offenen Umgang mit Homosexualität. Auch der Verfolgungsparagraph 175 wurde im Zuge der Einführung eines neuen DDR-Strafgesetzbuches im Jahre 1968 durch den neuen §151 abgemildert. Doch der Verzicht auf strafrechtliche Sanktionen bedeutete nicht automatisch Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen. Neben der Alltagsdiskriminierung waren sie zusätzlich noch einer Reihe von DDR-eigenen Formen der Unterdrückung und Überwachung durch Staat und Gesellschaft ausgesetzt. Dennoch formierte sich eine starke Bewegung für die Gleichberechtigung von Homosexuellen.

Eduard Stapel wird in seinem Vortrag auf die gesellschaftliche und psychosoziale Situation von Schwulen in den verschiedenen Phasen der DDR eingehen und die Entstehung der oppositionellen schwul-lesbischen BürgerInnenbewegung nachzeichnen. Er selbst ist Journalist und Theologe und seit 1981 Aktivist in der DDR- und BRD-Schwulenbewegung.

Im Anschluss an den Vortrag wird der Film „Coming Out“ von Heiner Carow gezeigt. Der Film hatte seine Premiere am 10. November 1989 und war die erste und zugleich letzte DEFA-Produktion, die sich mit Homosexualität auseinandersetzte.

Veranstaltungsort und -zeit:

Dienstag, 03. November 2009
19.30 Uhr

Kino Zazie (Kleine Ulrich Straße 22)
Halle (Saale)

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