Korankinder

Der Begriff „Madrasa“ wird im Zuge von Islamkritik nicht selten mit dem Wort „Terroristenschmiede“ gleichgesetzt. So vielfältig Madrasas und ihre Geschichte aber in den unterschiedlichen muslimischen Ländern sind, so komplex ist auch ihre Bedeutung für die lokale Bevölkerung. Der Filmemacher Shaheen Dill-Riaz gibt mit seinem Dokumentarfilm „Korankinder“ einzigartige Einblicke in Koranschulen in seinem früheren Heimatland Bangladesch.

Seit der Gründung Bangladeschs als säkulare Volksrepublik im Jahr 1971 erlebt der jüngste Staat Südasiens neben einer zunehmenden politischen Islamisierung auch eine Vermehrung religiöser Bildungsstätten. Während säkulare Kräfte diesen Einrichtungen kritisch gegenüberstehen, bieten Koranschulen Kindern aus armen Verhältnissen oftmals die einzige Möglichkeit auf Bildung. Diese eher soziale Notlage, von denen die Madrasas zu profitieren scheinen, wird jedoch zusätzlich durch einen vermeintlichen Anstieg der Religiosität innerhalb der Bevölkerung Bangladeschs ergänzt. So findet mittlerweile das weltweit zweitgrößte muslimische Pilgertreffen – nach der Haddsch in Mekka – in Bangladesch statt.

Ausgehend von diesem überwältigenden Pilgertreffen begibt sich Shaheen Dill-Riaz auf eine streckenweise sehr persönliche Spurensuche nach Religiosität und der Bedeutung von Madrasas in Bangladesch. Neben Schülern und Lehrern, die ihr Leben dem Koran widmen, kommen auch Menschen außerhalb der Koranschulen zu Wort.

In Kooperation mit Bengal Link e.V. laden wir Sie nach dem Film zum Filmgespräch mit dem Regisseur.

Eintritt: 5 Euro

Veranstaltungsort und -zeit:

Donnerstag, 26. November 2009
20.00 Uhr

Kino Zazie (Kleine Ulrichstraße 22)
Halle (Saale)

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