Feminismus im Islam

Feminismus im IslamFeminismus und Islam scheinen auf den ersten Blick in Widerspruch zueinander zu stehen, denn unter Nichtmuslimen ist eine Vorstellung vom Islam weit verbreitet, bei der die Frau dem Mann untergeordnet ist und ihm zu gehorchen hat.

Dieses Vorurteil übersieht die Bemühungen zahlreicher muslimischer Frauen, sich für die gesellschaftliche, rechtliche und politische Gleichstellung von Mann und Frau einsetzen – und das nicht erst seit wenigen Jahren.

Historisch ist die männliche Definitionsmacht keine islamische Besonderheit, sondern eine tradierte Rollenverteilung, die es auch in der abendländischen Kultur gab. Hauptsächlich Frauen der Oberschicht und der oberen Mittelschicht begannen Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Position, ihren Bildungsstatus und ihre Artikulationsmöglichkeiten zu nutzen, um ihre Ansichten zu verbreiten.

Im feministischen Islam stellen der Koran und die Geschichte des Islam zentrale Elemente dar, um für gesellschaftliche Emanzipation und ein modernes Rollenverständnis zu erkämpfen. Ihr Ansatzpunkt ist die linguistische Deutung – beziehungsweise Umdeutung – einzelner kritischer Stellen im Koran, in denen die Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau festgeschrieben scheint.

Nina Mühe, Ethnologin und selbst Muslima, beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit diesem vermeintlichen Widerspruch, geht auf die zugrundeliegenden Koranverse und deren unterschiedliche Interpretation ein und wirft einen Blick auf verschiedene Bemühungen, die Rechte von muslimischen Frauen zu stärken.

Logo der Interkulturellen Woche 2009

Eine Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen der Interkulturellen Woche 2009.

Veranstaltungsort und -zeit:

am 30. September 2009
um 20.00 Uhr

im Amerikazimmer der Franckeschen Stiftung (Franckeplatz 1)
Halle (Saale)

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