Ausstellung: Das hat’s bei uns nicht gegeben

Antisemitismus in der DDR

Antisemitismus in der DDROft wird darüber diskutiert, woher der Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern kommt. Erklärungen suchen Politik und Wissenschaft meist in sozialen Kontexten. Außer Acht gelassen wird jedoch häufig, dass auch der Osten Deutschlands Teil des nationalsozialistischen Täterlandes war. Der Staat aber erklärte die Bevölkerung zu einem Volk von Antifaschisten. In den Familien oder Gemeinden fand in der Regel keine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit statt. So blieb der Bodensatz des Antisemitismus unangetastet. Bis heute hält sich der Mythos, es hätte in der DDR keinen Antisemitismus gegeben.

76 Jugendliche haben in acht ostdeutschen Städten zu diesem Thema geforscht. Sie haben Fragen gestellt und Fakten recherchiert: Wo befindet sich der jüdische Friedhof, und wo sind nach 1950 seine Grabsteine geblieben? Was wurde in der Regionalzeitung über Israel geschrieben? Und wie wurde öffentlich an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert? Ihre Ergebnisse werden in dieser Ausstellung der Amadeu-Antonio-Stiftung präsentiert.

Die Themen der Ausstellung im Überblick:

  • Einleitung: Was ist Antisemitismus?
  • Antizionismus in Politik und Medien
  • Jüdische Friedhöfe in der DDR – Orte der ewigen Ruhe?
  • Gedenken und Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus
  • Rechtsextremismus und Antisemitismus in den 1980er Jahren
  • Instrumentalisierung der jüdischen Gemeinden in den 1980er Jahren

Veranstaltungsort und -zeit:

03. August bis 04. September 2009

Ratshof, Marktplatz 1 (2. Etage)
Halle (Saale)

Rahmenprogramm zur Ausstellung

  • Das hat’s bei uns nicht gegeben

    Zur Eröffnung der Ausstellung “Das hat´s bei uns nicht gegeben” zum Antisemitismus in der DDR wird die Projektkoordinatorin Heike Radvan von der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin das Rechercheprojekt zur Wanderausstellung vorstellen.
    3. August 2009, 18.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Die Gesichter des Antisemitismus in der DDR

    Der Historiker Dr. Thomas Haury zeigt in seinem Einführungsvortrag zur Eröffnung der Ausstellung “Das hat´s bei uns nicht gegeben”, mit welchen Ausdrucksformen sich der Antisemitismus in der DDR manifestierte.
    03. August 2009, 19.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Juden in der DDR- ein Gespräch mit Salomea Genin

    Salomea Genin musste 1939 aus Deutschland nach Australien emigrieren, kehrte 1963 aber voller politischer Illusionen in die DDR zurück. Rückblickend sagt sie: „Ich habe als Gespenst gelebt, voller Angst zu sagen, dass ich jüdisch bin.”
    06. August 2009, 18.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Im falschen Film – die Rolle der DEFA

    Der Publizist und DDR-Bürgerrechtler Konad Weiß wird seinen Film “Dawids Tagebuch” von 1980 zeigen und dann von den schwierigen Produktionsbedingungen des Films in der DDR und der dortigen Gedenkkultur der Shoah berichten.
    10. August 2009, 19.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Die jüdische Gemeinde Halle während der DDR

    Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Halle, Karin Mylius, die von 1968 bis 1986 an deren Spitze stand, war protestantischer Herkunft und arbeitete eng mit staatlichen Stellen in der DDR zusammen. Der Historiker Dr. Frank Hirschinger rekonstruiert mit Hilfe von Originaldokumenten den Skandal.
    13. August 2009, 20.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Juden in der DDR – ein Gespräch mit Vera Feldmann

    Im zweiten Zeitzeuginnen-Gespräch zur Ausstellung wird die Schauspielerin und Kabarettistin Vera Feldmann von ihrer Kindheit in der DDR berichten. Von ihrem eigenen Jüdischsein erfuhr sie erst durch erlebte Diskriminierung.
    18. August 2009, 19.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Fußball und Antisemitismus

    Christian Hirsch und Alex Feuerherdt von der Faninitiative „IN DEN LAUF – Fußball, Fans, Kultur” zeigen in ihrem Vortrag, wie Antisemitismus auch im Fußball der DDR verankert war und sich immer wieder durch Parolen und aggressive Zwischenfälle in und um die Stadien herum manifestierte.
    21. August 2009, 20.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Neonazis in der DDR

    Dokumentarfilm und Diskussion im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung “Das hat’s bei uns nicht gegeben” zum Antisemitismus in der DDR über die Frage, wie in dem selbsternannten antifaschistischen Staat mit der deutschen Vergangenheit und mit Faschismus umgegangen wurde.
    27. August 2009, 20.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Neues Deutschland, alter Antisemitismus?

    Wie weit hat der unterdrückte Diskurs über Antisemitismus in der DDR und die Verschleierung antijüdischer und antizionistischer Einstellungen das heutige Judenbild in den jungen Bundesländern geprägt hat. Kann in der Verdrängung ein Schlüssel zum Verstehen des aktuellen Antisemitismus in Ostdeutschland liegen?
    31. August 2009, 20.00 Uhr, Halle (Saale)

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  • Filmvorführung: Juden in Halle

    Die Produktion des Vereins Zeit-Geschichte(n) Halle und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt zeigt einen 45-minütigen Streifzug durch die Geschichte der halleschen Jüdinnen und Juden.
    03. September 2009, 19.00 Uhr, Halle (Saale)

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