Erinnerungs- und Gedenk(stätten)kultur

„Am Ende kommen Touristen“
(D 2007, Regie: Robert Thalheim)

"Am Ende kommen Touristen", im Verleih der X Verleih AG Berlin

Sven hatte sich alles so gut ausgerechnet: In Amsterdam wollte er seinen Zivildienst in einem Jugendzentrum ableisten; für ihn eine perfekte Verbindung zwischen Auslandserfahrung und der Möglichkeit, in dieser Zeit etwas Sinnvolles zu tun. Doch aufgrund einer kurzfristigen Absage seitens des Jugendzentrums findet er sich am Bahnhof der polnischen Kleinstadt Oswiecim wieder, um eine Stelle in der internationalen Jugendbegegnungsstätte im ehemaligen Auschwitz anzutreten. Die Eingewöhnung fällt dem jungen Mann sowohl beruflich als auch privat nicht leicht. Beruflich verfügt er zwar durchaus über Wissen um die Geschichte des Ortes, aber auch über eine gewisse Unbedarftheit und Naivität. Als Deutscher in Auschwitz zu arbeiten, so muss Sven bald erfahren, das bedeutet einen ständigen Slalomlauf zwischen Fettnäpfchen, Vorurteilen und Tabus. Dies wird ihm deutlich vor Augen geführt, als er den Auftrag bekommt, sich um den eigenwilligen KZ-Überlebenden Stanislaw Krzeminski (Ryszard Ronczewski) zu kümmern, der immer noch im Gästehaus neben der Gedenkstätte wohnt…

Daniel Gaede, Leiter der Pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte Buchenwald, kennt diese Situation aus eigener Erfahrung. In seinem Einführungsvortrag beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten und den Problemen, die der Umgang und die Auseinandersetzung mit Orten des nationalsozialistischen Terrors mit sich bringen. Gibt es Grauen, das zur Routine werden kann?Im Anschluss an den Film können Fragen an den Experten gestellt werden.

Eine Veranstaltung im Rahmen unserer Reihe “Nationalsozialismus im Film” in Kooperation mit dem LUX.Kino am Zoo und der “Hallianz für Vielfalt“.

Veranstaltungsort und -zeit:

15. Juni 2009
20.00 Uhr

LUX.Kino am Zoo, Seebener Straße 172
Halle (Saale)

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