„… das gesunde Volksempfinden gröblichst verletzt”

Verbotener Umgang mit Kriegsgefangenen vor dem halleschen Sondergericht 1940 bis 1945

Zwischen 1940 und 1945 wurden allein vor dem Sondergericht Halle mehr als 500 Personen wegen „Verbotenen Umgangs mit Kriegsgefangenen” angeklagt. Unmittelbar nach Kriegsbeginn hatten die Nationalsozialisten eine entsprechende Verordnung erlassen, vorwiegend um Kontakte zwischen Einheimischen und ausländischen Kriegsgefangenen zu unterbinden. Dennoch verhandelte das Gericht eine Vielzahl derartiger „Delikte” – überwiegend Freundschaften oder Liebesaffären – welche auf diese Weise durch die NS-Justiz zur strafbaren Handlung erklärt wurden.

Der Vortrag von Paul Schrader und Philipp Schreyer (beide Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle) möchte über Hintergründe und Folgen der Verordnung informieren, sowie einen Einblick in persönliche Schicksale aus dieser Zeit geben.

Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung “Justiz im Nationalsozialismus: Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes” und wird gefördert durch die Hallianz für Vielfalt aus Mitteln des BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms “VIELFALT TUT GUT” Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.

Veranstaltungsort und -zeit:

24. März 2009
18.00 Uhr

Stadmuseum Halle (Chrstian-Wolff-Haus, Große Märkerstr. 10)
Halle (Saale)

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