Blockparteien in der DDR

Systemstütze oder Opposition?

Im Sommer 1945 erteilte die Sowjetische Militärverwaltung die Zulassung für vier Parteien (KPD, SPD, CDU und LDPD) unter der Maßgabe, sich in einem “antifaschistisch-demokratischen Block” zusammenzuschließen. Diese Auflage wurde nicht ohne Zwang mit der Bildung der Nationalen Front, einem Block aus SED, CDU, LDPD, NDPD und DBD sowie weiterer Massenorganisationen der DDR, vollzogen. Die Rolle dieser sogenannten Blockparteien ist umstritten: einerseits werden sie als letzte Orte der Opposition innerhalb des offiziellen politischen Systems der DDR bezeichnet. Andererseits erfüllten sie ihren Zweck, loyaler Teil der Machtbasis des SED-Regimes zu sein und dabei kritische Stimmen zu integrieren – stets zur Zufriedenheit der Führungsriege im ZK der SED.

Rückblickend ist eine Einordnung nicht einfach und die Debatte um die Blockparteien ist auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR nicht verstummt. Wie viel Opposition war möglich? Was hat es tatsächlich an Kritik und Widerspruch gegeben? Welche Rolle spielten die Blockparteien während der Wende 89/90? Diese Fragen diskutieren:

  • Dr. Michael Richter (Hannah-Arendt-Institut Dresden),
  • Dr. Karl-Heinz Gerstenberg (Parlamentarischer Geschäftsführer BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag)
  • Thomas Leimbach (Stellv. Vorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt) und
  • Dr. Steffen Reichert (Journalist, Moderation)

Ein Grüner Salon der Heinrich-Böll-Stiftung – der Eintritt ist frei!

Veranstaltungsort und -zeit:

31. März 2009
20.00 Uhr

Ökoase (Kleine Ulrichstraße 2)
Halle (Saale)

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