3 Monate Ramallah: 1 Stunde und 20 Minuten Weg zur Arbeit (28. Januar)

Mein erster Arbeitstag begann am Morgen nach meiner Ankunft in Ramallah mit der Suche des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung. In langer Kleinarbeit hatte ich bereits den groben Stadtplan, auf dem kaum Straßennamen eingezeichnet sind, mit den Sattelienbildern aus dem Internet vergleichen und freudig festgestellt, dass das Büro keine fünf Minuten Fußweg von meiner WG entfernt liegen kann. Doch leider war das keine ausreichende Information…

bueroaussicht

Blick aus dem Büro

Als ich nach einer halben Stunde Fußweg schon zum dritten mal an meiner Wohnung vorbeikam, verglich ich nochmal Karten und Luftbilder, Adressen und Namen. Vergeblich, auch mit der nun frisch gewonnenen Ortskenntnis. Also wieder los. Mit der vollen Adresse in der Hand hielt ich mehrere Taxen an, doch die kannten die Adresse nicht und ich bekam immer die selbst Antwort: Haben die eine Telefonnummer? Dann können wir ja anrufen, wo es ist und dann fahr’ ich Dich hin.” Die Suche zog sich also in die Länge, aber irgendwann kam ich an einem Schild mit der Aufschrift “Heinrich-Böll-Foundation” vorbei. Die Straße noch ein paar Meter bergauf und “schon” stand ich vor der Eingangstür der Stiftung und schaute mich erleichtert um. Meine Augen wurden ganz groß, denn das Haus meiner WG sehe ich in höchstens 100 Metern Entfernung. Von meinem Schreibtisch aus schaue ich nun täglich genau auf das Fenster, hinter dem meine Couch steht.

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Joachim Langner macht ein dreimonatiges Praktikum im Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah. Regelmäßig berichtet er in einem Blog über die Lage vor Ort und seine Arbeit.

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